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MI | 11.04.2012
Historische Straßenleuchtenensembles auf dem Naschmarkt (Bild: Leopold Museum)
STADTENTWICKLUNG
Streit über Lampen macht Schule in Wien
Wien hat einen neuen Lampenstreit: Nach den Diskussionen über Maiglöckchenlampen in der Innenstadt erhitzen nun die für den Naschmarkt vorgesehenen modernen Leuchten die Gemüter. Empört ist dieses Mal das Leopold Museum.
Kritik an Entfernung alter Laternensockel durch moderne Lampen.
Alte Laternensockel werden zerstört?
Durch die neuen Lichtkörper werde ein historisches Straßenleuchtenensemble in Form hundert Jahre alter Laternensockel mit Jugendstilmotiven zerstört, so Peter Weinhäupl, kaufmännischer Direktor des Leopold Museums.

Bis zum Mai 2010 soll das Standareal im Bezirk Mariahilf für rund 800.000 Euro ein einheitliches Lampendesign erhalten, weshalb die zu beiden Seiten stehenden alten Kandelaber weichen müssen.

Mit der Montage der neuen Modelle, die an grauen Masten befestigt werden und deren flache, geschlossene Unterseite in halbkugelartigen Aufsätzen eingefasst ist, wurde bereits begonnen.
Jugendstil-Lichtmastenverkleidungen vor Otto Wagner Häusern (Bild: Leopold Museum)
Zu wenig Sensibilität vonseiten der Stadt
In anderen europäischen Großstädte würden zur Erhaltung des Charakters historischer Laternenensembles in sensiblen Zonen Abgüsse hergestellt, so die Kritik des Leopold Museums.

In Wien sei nicht einmal im Bereich des Otto-Wagner-Ensembles an der Wienzeile sensibel verfahren worden: "Hier wurden nun überdimensionale Masten in den Boden gerammt", klagte der kaufmännische Direktor.
Kritik an Bezirksvorstehung
Ein schlechtes Licht auf den Naschmarkt wirft der neue Leuchtentyp auch für Richard Weihs, grüner Bezirksrat in Mariahilf. Frei nach dem Motto "Autobahnambiente statt Weltstadtflair" würden still und heimlich kahle, gesichtslose Masten aufgestellt, zeigte sich Weihs von SPÖ-Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann enttäuscht.
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