Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Elsner (Bild: APA/Fohringer)
GERICHT
Elsner und Gerharter: Strafen bestätigt
Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) hat die Strafen der ersten Instanz in der Causa Helmut Elsner/Hermann Gerharter bestätigt: zweieinhalb Jahre unbedingte Haft für Elsner und zwei Jahre bedingt für Gerharter.
Hermann Gerharter vor der Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Wien (Bild: APA/Hans Klaus Techt) Auch Haftstrafe für Gerharter
Von den zwei Jahren Strafe für Gerharter sind sechs Monate unbedingt. Das heißt, dass Gerharter in absehbarer Zeit eine Aufforderung zum Strafantritt erhalten wird.

Die Richterin meinte in der Begründung, dass Gerharter "eine fragwürdige Einstellung gegenüber fremdem Vermögen an den Tag gelegt" habe. Eine Strafreduktion sei daher nicht infrage gekommen.

Ob Gerharter seine Gefängnisstrafe absitzen wird, soll sich in den nächsten Wochen entscheiden. Seinem Anwalt zufolge ist er schwer krank und womöglich vollzugsuntauglich. Ein Antrag auf Haftverschonung ist wahrscheinlich.
600.000 Euro im Plastiksackerl
In der Causa geht es um 600.000 Euro, die Elsner als damaliger BAWAG-Generaldirektor dem früheren Konsum-Chef Gerharter in einem Plastiksackerl überlassen haben soll. Gerharter sollte damit offene Prozesskosten bestreiten.

Dass es sich um Untreue zulasten der BAWAG gehandelt hat, hatte der Oberste Gerichtshof bereits Anfang September 2009 festgestellt. Das Oberlandesgericht folgte dieser Argumentation.
Ex-BAWAG-Chef Elsner seit Februar 2007 in Haft.
Elsner bei Berufung nicht dabei
Elsner war zu der Berufungsverhandlung nicht persönlich erschienen. In einem Entschuldigungsschreiben hatte er dem Senat ausgerichtet, dass er "sich aus gesundheitlichen Gründen der Belastung der Berufungsverhandlung nicht aussetzen wolle".

Sein Anwalt hatte sich einen Ordnungsruf der Richterin eingehandelt. Er hatte den Schuldspruch des Erstgerichts als "konstruiert, um eine von Anfang an rechtswidrige Untersuchungshaft zu rechtfertigen", bezeichnet.

Für Elsner hat das Urteil vorerst keine weiteren Konsequenzen. Er sitzt seit 13. Februar 2007 im Gefängnis, weshalb ihm die zweieinhalb Jahre als zur Gänze verbüßt anzusehen sind.
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