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MI | 11.04.2012
Studentin im besetzten Audimax (Bild: APA/Techt)
CHRONIK
Obdachlose nutzen besetztes Audimax
Das besetzte Audimax der Uni Wien ist zu einer Zufluchtsstätte für Obdachlose geworden. Die Studenten fordern nun Notschlafplätze und Wohnungen. Es gebe genügend Angebote, kontert der Fonds Soziales Wien (FSW).
"Kein Problem mit Obdachlosenbetreuung"
"Es gibt eine breite Palette an Angeboten", die Situation im Audimax zeige nur einen winzigen Ausschnitt der Situation von Obdachlosen in Wien", sagte Doris Graber, vom FSW. Dieser betreue 5.470 Menschen in Wien, für die 4.000 Wohnplätze bereitstünden.

Allerdings gebe es rund 300 Menschen in Wien, die aufgrund verschiedender Probleme für sozialarbeiterische Angebote schwer erreichbar seien. Auf manche von ihnen habe das Audimax als frei zugänglicher, beheizter Ort mit kostenlosem Essen sicher eine große Anziehungskraft. Das zeige aber kein spezielles Problem in der Obdachlosenbetreuung auf, so Grabner.
Besetzer fordern
Wohnungen und Notschlafplätze.
"Kommen zum Essen und Aufwärmen"
Die Obdachlosen nehmen die "Verköstigung der Volxküche und die beheizten Räume als Aufenthalts- und Schlafräume in Anspruch", hieß es von den Besetzern am Mittwoch in einer Aussendung. Sie fordern daher "Sofortmaßnahmen" der Stadt Wien.

Im Moment würden die Obdachlosen von den Besetzern so gut wie möglich versorgt - es brauche aber dringend soziale, therapeutische und medizinische Unterstützung.

Außerdem müssten bestehende Schwellen bei der Unterstützung von wohnungslosen Menschen evaluiert werden, die dazu führten, dass das Audimax als Aufenthalts- und Schlafraum gegenüber anderen Angeboten bevorzugt werde.
Ungewöhnliche Unterstützung
Gleichzeitig halten die Besetzer fest, dass "viele Obdachlose die Besetzung durch ihre konstruktive Mitarbeit aktiv unterstützen".

Die Studenten luden "alle Interessierten ein, den Stand des Obdachlosenproblems in Wien jederzeit im Audimax zu besichtigen. Vorzugsweise in den Abendstunden stehen Ihnen zahlreiche Betroffene für weitere Fragen sicherlich zu Verfügung."
Besetzung kann kein "Dauerzustand" sein
Ein Ende der Audimax-Besetzung will hingegen die Unileitung erreichen. "Die Hörsaalbesetzung kann kein Dauerzustand sein", hieß es in einer Aussendung des Rektorats am Mittwoch. Man habe bereits zu einem Dialog geladen, arbeite an den Curricula und Verbesserungen in der Studienadministration und für Studenten mit besonderen Bedürfnissen.

Nun müssten "verschiedene Varianten einer zumindest teilweisen Beendigung der Hörsaalbesetzungen diskutiert werden".

Eine "dauerhafte Besetzung der Hörsäle (...) ist nicht zielführend und verursacht enorme Aufwendungen, die letztlich aus der Universitätsreserve des Ministers finanziert werden müssen", hieß es. Die konkreten universitätsspezifischen Themen sollten in einem konstruktiven Dialog besprochen werden, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
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