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MI | 11.04.2012
Sehbehinderte Frau (Bild: OTS)
SOZIALES
Internationaler Tag der Behinderten
Heute ist Welttag der Menschen mit Behinderung. In Wien gibt es zahlreiche Aktionen, die sich für die Reduzierung von Barrieren im Alltag dieser Menschen einsetzen.
Gebärdensprache (Bild: Visuelles Hören)
Ziel beim "Tag der Vielfalt ist, Vorurteile abzubauen.
Workshops für Gebärdensprache im Rathaus
Anlässlich des heutigen "Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung" veranstaltet etwa das ServiceCenter ÖGS.barrierefrei für interessierte Jugendliche einen "Tag der Vielfalt".

Ziel der Veranstaltung ist es, über das Leben von Menschen mit Behinderungen zu informieren, das Bewusstsein für Gleichbehandlung zu stärken und Vorurteile und Diskriminierung abzubauen.

Bei der Veranstaltung im Rathaus wird ein Einblick in die österreichische Gebärdensprache vermittelt. Es besteht die Möglichkeit, an einem von zwei Gebärdensprachworkshops teilzunehmen.
Blindenhund (Bild: APA) Notruf eingerichtet
Österreichweit sind rund 10.000 Menschen sprach- oder hörbehindert. Geraten diese Menschen in Not, haben sie keine Chance, Hilfe anzufordern. Aus diesen Überlegungen heraus hat das Innenministerium einen österreichweiten SMS-, Fax-, Mail- und Sprachtelefon-Notruf eingerichtet. In den meisten europäischen Ländern ist dieser bereits Standard.

Probleme mit Barrieren jeder Art stellen sich in einer Großstadt wie Wien für sehbehinderte oder blinde Menschen. Immerhin liegt die Zahl der Betroffenen österreichweit bei 400.000. Für mehr Sicherheit im Alltag sorgen etwa Blindenstöcke oder Blindenhunde.
Rollstuhlfahrer vor barrierefreier Tür (Bild: Fotolia/Ilan Amith)
Von den rund 4.600 Arztpraxen sind nur wenige barrierefrei.
Zehn Prozent der Wiener Praxen barrierefrei
Stopp heißt es für vor allem gehbehinderte Menschen vor vielen Arztpraxen: Von den Praxen der rund 4.600 in Wien niedergelassenen Ärzte sind erst zehn Prozent barrierefrei. In Wien hat sich die Ärztekammer gemeinsam mit dem Verein BIZEPS in den letzten Jahren dafür eingesetzt, dass immer mehr Arztpraxen barrierefrei zugänglich gemacht werden.

Hinter dem Begriff barrierefrei verbirgt sich nicht nur eine Ordination, die gut mit dem Rollstuhl erreichbar ist. So braucht es zum Beispiel auch ein Blindenleitsystem oder eine Garantie für schwerhörigen Patienten, dass regelmäßig nach dem Fax gesehen wird, weil sie nicht telefonieren können. Auch eine Behindertentoilette muss vorhanden sein.
Tag der Behinderten seit 1993
Nachdem die Vereinten Nationen das Jahr 1981 als das "Jahr der Behinderten" gefeiert hatten, wurde im Dezember 1982 ein Aktionsplan für die Belange behinderter Menschen entwickelt. Die Jahre 1983 bis 1993 wurden zum "Jahrzehnt der behinderten Menschen" ausgerufen.

Zum Abschluss der Dekade verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, in der der 3. Dezember als "Internationaler Tag der Behinderten" ausgerufen wurde. Er wurde erstmals im Jahr 1993 begangen. Im Dezember 2007 wurde der Gedenktag zum "Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung" umbenannt.
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