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MI | 11.04.2012
Karl Markovics auf Werbeplakat für Gruft (Bild: Caritas)
SOZIALES
Karl Markovics wird zum "Obdachlosen"
Die Caritas hat am Freitag ihre Winterkampagne für die Obdachlosenhilfe Gruft in Mariahilf gestartet. In den Dienst der guten Sache stellt sich auch Schauspieler Karl Markovics, der gegen das "Wegschauen" antreten will.
Schauspieler Karl Markovics steht Pate für das Gruft Winterpaket.
Von privaten Spenden abhängig
"Armut ist keine Schande für die, die sie erleiden, sondern für jene, die sie ignorieren. Verschließen Sie nicht die Augen, sondern helfen Sie!", bittet Schauspieler Karl Markovics als Pate der Aktion um Spenden für das Gruft Winterpaket 2009.

540.000 Euro gibt die Stadt Wien über den Fonds Soziales Wien jährlich aus dem Steuertopf für die Gruft. Noch einmal so viel benötigen die Helfer aus privaten Spenden, damit die Gruft in volllem Umfang aufrecht erhalten werden kann.

Bis zu 100 Obdachlose finden in den Kellerräumen der Mariahilfer Kirche pro Nacht ein Bett, eine warme Mahlzeit und Waschmöglichkeiten.
Viele Obdachlose wollen aus verschiedenen Gründen nicht in Notschlafstellen.
Schlafsäcke sollen gekauft werden
Mit der heurigen Kampagne unter dem Titel "Spenden wärmt!" sollen auch Schlafsäcke gekauft werden. Denn laut der Stadt Wien wollen rund 300 obdachlose Wiener mehr oder weniger freiwillig auf der Straße leben.

Sie nehmen die Angebote einer fixen Wohnung der Stadt nicht in Anspruch. Oftmals haben sie psychische Probleme und sind etwa von Alkohol oder anderen Drogen abhängig. Das Misstrauen gegenüber fremden Menschen und die Angst vor Behördenwegen ist in diesen Fällen größer als die Furcht vor der Kälte.
Zweite "Gruft" - für ausländische Obdachlose
Die Caritas plant eine zweite "Gruft", die als Notschlafstelle für obdachlose Ausländer dienen soll. Denn für sie gibt es kaum Unterstützung, viele soziale Einrichtungen betreuen nur österreichische Staatsbürger.

Mangels Alternativen haben einige der Betroffenen sogar im besetzten Wiener Audimax ihr Quartier aufgeschlagen. "Wir ringen zur Zeit um die Finanzierung des Projekts, rein mit Spenden schaffen wir es nicht", erklärte Caritas-Direktor Michael Landau zum Start der Kampagne "Spenden wärmt!".

Die zweite "Gruft" soll in Zusammenarbeit mit der Stadt entstehen, so der Wunsch der Caritas. Einen fixen Ort gibt es noch nicht. Es werden dafür noch Räumlichkeiten gesucht, hieß es.
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