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MI | 11.04.2012
Stein vor Musikverein (Bild: ORF)
KULTUR
"Gigant": Genehmigung und Anzeige
Die Wiener Baupolizei hat Strafanzeige gegen die Bildhauerin Ulrike Truger erstattet. Ihr drohen nun bis zu 42.000 Euro Strafe. Gleichzeitig wurde ihr aber das Aufstellen einer Skulptur vor dem Musikverein genehmigt.
Bezirkseinspruch verzögerte Genehmigung
Truger hatte die 16 Tonnen schwere Marmorskulptur im November ohne Genehmigung vor dem Musikverein in der Wiener Innenstadt aufgestellt. Die Skulptur "Gigant" sollte die Menschenrechte einmahnen.

Das Genehmigungsverfahren war seinerzeit durch einen Einspruch der Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt, Ursula Stenzel (ÖVP), verzögert worden. Ihrer Meinung nach hätte der "Gigant" eine Sichtachse auf den Musikverein verdeckt.
Strafrahmen beträgt bis zu 42.000 Euro.
Aufstellung wurde jetzt genehmigt
Nun genehmigte die Baupolizei aber die Aufstellung der Skulptur. Die Magistratsabteilung für Stadtgestaltung bestätigte schriftlich, dass es keine Einwände aus Sicht der Ortsbildverträglichkeit gebe.

Zugleich wurde aber gegen die Künstlerin Anzeige erstattet. Sie hatte entgegen den Bestimmungen der Bauordnung ihre Skulptur aufstellen lassen, obwohl sie dies erst mit einer rechtskräftigen Baubewilligung hätte tun dürfen. Der Strafrahmen beträgt bis zu 42.000 Euro oder ersatzweise bis zu vier Wochen Haft.
"Getreu dem Wortlaut der Gesetze"
Michael Ludwig (SPÖ) als für die Baupolizei zuständiger Stadtrat äußerte sich zufrieden: "Die Baupolizei hat getreu dem Wortlaut der Gesetze gehandelt."

Er betonte, dass die Freiheit der Kunst durch rechtlich irrelevante Einwände nicht eingeschränkt werden dürfe, andererseits könne es aber auch nicht sein, dass jemand demonstrativ gegen geltendes Recht verstoße.
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