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MI | 11.04.2012
Mann geht aus umgebauter Cosmos-Filiale (Bild: APA/Hans Klaus Techt)
WIRTSCHAFT
Ausgleich: Cosmos kündigt 200 Mitarbeiter
Der Elektrohändler Cosmos wird beim Handelsgericht Wien den Ausgleich anmelden. Das Unternehmen soll saniert und fortgeführt werden. Ein Finanzinvestor wird dringend gesucht. Rund 200 Mitarbeiter müssen gehen.
Noch ist nicht bekannt, wie viele Wiener den Job verlieren.
Bis zu fünf Filialen werden geschlossen
Bis zu fünf der insgesamt 27 Filialen sollen geschlossen werden, teilte Cosmos am Donnerstag mit. Das bedeutet, dass rund 200 der insgesamt 1.200 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet werden. Wie viele davon in Wien gehen müssen, ist derzeit nicht bekannt.

Laut dem Kreditschutzverband von 1870 (KSV) wird der Ausgleichsantrag für Freitag erwartet. Das Unternehmen ist demnach mit Passiva von 35 Mio. Euro geringfügig überschuldet. Laut KSV sind rund 800 Gläubiger betroffen.
Zuletzt hatte es bereits Probleme bei der Warenbeschaffung gegeben.
Fortsetzung nach Sanierung geplant
Das Unternehmen soll saniert und fortgeführt werden. Dafür wird aber dringend ein Investor benötigt. Dieser könnte nach einer Entschuldung durch eine Insolvenz leichter gefunden werden, hieß es.

Cosmos hatte das Geschäftsjahr 2008 mit einem Verlust von mehr als elf Mio. Euro abgeschlossen. Der Umsatz belief sich auf 267 Mio. Euro. Die Lage hat sich zuletzt zugespitzt. In den vergangenen Wochen wollten Kreditversicherer Lieferantenkredite nicht mehr besichern. Es kam zu Problemen mit der Warenbeschaffung.
Grossnig-Holding als größte Elektrohandelsgruppe.
Immer wieder Eigentümerwechsel
Die 1975 gegründete Elektrohandelskette Cosmos hat eine bewegte Geschichte mit Höhen und Tiefen sowie mehreren Eigentümerwechseln hinter sich. Erst seit wenigen Wochen führen die Tiroler Brüder Harald und Markus Stauder die Firma. Gescheitert ist hingegen der geplante Einstieg der türkischen Esas-Holding. Die Verträge hätten bis Jänner 2010 unterschrieben sein sollen. Nun muss ein neuer Investor her.

Das erste Mal verkauft wurde Cosmos 1996 an den Elektrohändler Köck, der wiederum dem von Francis Lustig gegründeten Vermögensverwalter Kapital & Wert gehörte. Die Cosmos-Köck-Anteile gingen dann weiter an die BAWAG, die im Herbst 2006 wiederum an den Sanierer Erhard Grossnig verkaufte.

Mit dieser Übernahme wurde Cosmos mit der von Grossnig sanierten Niedermeyer-Kette in eine Holding eingebracht. Es entstand Österreichs größte Elektrohandelsgruppe mit einem Marktvolumen von 3,1 Mrd. Euro.
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