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MI | 11.04.2012
Polizist (Bild: ORF)
CHRONIK
Demo gegen WKR-Ball: 673 Anzeigen
673 Anzeigen hat die Wiener Polizei bei ihrem Einsatz gegen Demonstranten am Freitagabend ausgestellt. Das geht aus der Schlussbilanz von Montag hervor. Die Demo gegen den Korporationsball rechter Burschenschaften war behördlich untersagt.
Fast alle Demonstranten wurden angezeigt.
Rund 700 Demonstranten
Der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) in der Hofburg und die Untersagung einer Demonstration gegen den Ball hatten schon im Vorfeld für hitzige Debatten gesorgt. Als die Polizei die Demonstration mit ihren Angaben nach rund 700 Teilnehmern aufzulösen begann, war es zu Rangeleien und Sachbeschädigungen gekommen.
14 Festnahmen, 15 Verletzte.
673 Anzeigen nach Versammlungsgesetz
Die Polizei legte am Montag ihre Schlussbilanz des Einsatze vor. Demnach wurden 15 Exekutivbeamte und eine Demonstrantin leicht verletzt.

14 Personen wurden wegen strafrechtlicher sowie verwaltungsrechtlicher Tatbestände festgenommen und in das Polizeianhaltezentrum gebracht. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, nachdem er bei einem Geschäftseingang einen Brandsatz gezündet hatte. Zwei Personen hatten versucht, ein Polizeiauto anzuzünden.

Bei insgesamt 673 Personen wurde die Identität festgestellt. Sie wurden nach dem Versammlungsgesetz angezeigt.
Polizist nimmt Anzeige auf (Bild: ORF)
Zwischen SPÖ, FPÖ und Grünen gibt es ein Hickhack.
Politisches Geplänkel um WKR-Ball
Der Einsatz der Polizei hatte am Samstag teils heftige Reaktionen der Hochschülerschaft und politischer Jugendorganisationen ausgelöst. Am Sonntag folgte auch ein politisches Geplänkel. So warf Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) ihrem Präsidiumskollegen Martin Graf (FPÖ) vor, zwecks Ballbesuchs das Plenum geschwänzt zu haben.

Die FPÖ attackierte den grünen Abgeordneten Karl Öllinger, der sich zu den Demonstranten gesellt hatte und folglich ebenfalls ab dem frühen Abend nicht im Nationalratssitzungssaal zugegen war.

Öllinger wiederum kündigte Rechtsmittel, "notfalls bis zum Verfassungsgerichtshof", an, weil die Polizei die Demo untersagt und bei ihrem Vorgehen die Verhältnismäßigkeit der Mittel außer Acht gelassen habe.
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