Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Helmut Seethaler auf Archivbild aus dem Jahr 2000 (Bild: APA/Pilick Stephanie/HPK)
GERICHT
Wiener Zettelpoet muss vor Gericht
Bis zu zwölf Monate Haft drohen dem als Zettelpoeten bekannten Helmut Seethaler. Er soll im MuseumsQuartier Steinplatten beschmiert haben und muss sich am 18. Februar wegen Sachbeschädigung vor Gericht verantworten.
Soll 14 Steinplatten verunziert haben
Seethaler hinterlässt seit 35 Jahren seine so genannten Pflück-Texte an verschiedensten öffentlich zugänglichen Orten in Wien. Nun wird ihm vorgeworfen, im November am Vorplatz des Museumsquartiers 14 Steinplatten mit einem Farbstift und in breitem Schriftzug "verunziert" zu haben.

"Möglicherweise müssen die Platten ausgetauscht werden", meinte dazu MQ-Sprecherin Irene Preißler. Sie betonte, dass das MQ keinen Einfluss auf das gegen Seethaler gerichtete Verfahren habe und daran auch nicht teilnehmen werde.
Schaden soll 3.900 Euro ausmachen.
Zwölf Monate Haft drohen
Seethaler war erst im Zuge der polizeilichen Ermittlungen als mutmaßlicher Verursacher der Verunzierungen ausgeforscht worden. Er bekam einen Strafantrag der Staatsanwaltschaft Wien zugestellt. Die ihm zur Last gelegte Schadenshöhe liegt bei 3.900 Euro.

Seethaler drohen nun bis zu zwölf Monate Haft. Er soll jeden Zusammenhang mit der ihm zur Last gelegten Tat abstreiten.
Kunst muss sich aufdrängen
Der 56-Jährige verbreitet seine Lyrik seit rund drei Jahrzehnten vorzugsweise auf Zetteln im öffentlichen Raum und meist ohne behördliche Bewilligung, aber auch über Fax und Internet. Er wurde deshalb bereits mit unzähligen Ordnungsstrafen und Klagen eingedeckt.

Als Begründung für seine Aktionen gibt Seethaler an, dass sich "Kunst aufdrängen und zu einer gerechteren Welt drängen müsse". Sie dürfe nicht nur von einigen wenigen gewollt werden, sondern sich "unbestellt einmischen und eingreifen, gerade im öffentlichen Raum".
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