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MI | 11.04.2012
Der 265 Meter hohe Sendemast bricht in sich zusammen (Bild: Verena Schild/ORF)
CHRONIK
Bisamberg: Beide Sendemasten gesprengt
Mit gezielten Sprengungen hat am Mittwoch ein Meilenstein der Rundfunkgeschichte sein Ende gefunden: Um 12.40 Uhr fiel der kleinere Sendemast auf dem Bisamberg, um 15.01 Uhr war es der größere.
Zweite Sprengung erfolgte pünktlich
Ohne Verzögerungen gelang am Nachmittag die Sprengung des mit 265 Metern Höhe bisher höchsten Bauwerks in Österreich. Vier Sprengladungen zündeten, der Mast brach in mehrere Stücke zerteilt in sich zusammen.

In den kommenden Tagen werden die Reste der Masten zerteilt und abtransportiert. 80 Tonnen wog allein der höhere der beiden Masten. Die Stahlreste werden wiederverwertet.
Der 265 Meter hohe Sendemast bricht in sich zusammen (Bild: Verena Schild/ORF)

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Nur noch der höhere Mast steht auf dem Bisamberg.
Anrainer verzögerte erste Sprengung
Zuvor hatte sich die ursprünglich für 12.00 Uhr geplante Sprengung des kleineren Mastes verzögert. Ein Anrainer weigerte sich, sein in der Gefahrenzone liegendes Haus zu verlassen. Der Mann hatte bereits in den vergangenen Wochen versucht, mittels einer Initiative Geld zum Kauf und Erhalt der Bauwerke zu organisieren.

Schließlich kam der Mann der Bitte der Polizei nach, sein in der Gefahrenzone gelegenes Haus zu verlassen. Auch der Verein Initiative Denkmalschutz äußerte sich mit Unverständnis zur Sprengung. Man hätte zuerst über eine Nachnutzung der Gebäude und erst dann über das Schicksal der Masten entscheiden sollen.
Sprengung des kleineren Masten (Bild: Verena Schild/ORF)

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Zuschauer neben dem Bisamberg (Bild: Verena Schild/ORF) Sperrzone Bisamberg
Rund um die Mittelwellesendemasten auf dem Bisamberg wurde eine Sicherheitszone eingerichtet und eine weiträumige Sperre veranlasst. Die Zufahrtsstraßen zur Sendeanlage wurden gesperrt, sagte Gernot Radosits von der ORS.

Hunderte Zaungäste waren gekommen, um die beiden Sprengungen live mitzuverfolgen. Einige von ihnen hatten Klappsessel und heiße Getränke in Thermosflaschen mitgebracht, um die Sprengungen so nah wie möglich mitverfolgen zu können.
Bisamberg, 24.2.2010, 11.30 Uhr
Die zwei Sendemasten auf dem Bisamberg (Bild: Verena Schild/ORF)
Bisamberg, 24.2.2010, 12.45 Uhr
Bisamberg nach der Sprengung des kleineren Masten (Bild: Verena Schild/ORF)
Bisamberg, 24.2.2010, 15.05 Uhr
Bisamberg ohne Sendemasten (Bild: Verena Schild/ORF)
Die Sendeanlage in der heutigen Form entstand 1959.
Seit 1995 nicht mehr in Betrieb
Der Kern der Anlage wurde 1933 errichtet, allerdings 1945 von den abziehenden SS-Truppen zerstört. Nach dem Wiederaufbau und der Reparatur kriegsbedingter Schäden an der Sendeanlage in den 1950er Jahren galt der "Bisamberg" lange als Meilenstein in der Geschichte der Rundfunktechnik.

Mit fortschreitender Verbreitung alternativer Übertragungsmöglichkeiten wie Internet und digitale Sendetechnologie wurde die Bedeutung analoger Mittelwellensendeanlangen zunehmend geringer. 1995 wurde der Mittelwellensender Bisamberg aus diesem Grund außer Betrieb gesetzt.

In ihrer heutigen Form entstand die Sendeanlage 1959 mit vier Sendern zu je 120 kW. Während sich die beiden gigantischen Masten auf Wiener Stadtgebiet befinden, liegt der überwiegende Teil des Sendegebäudes im niederösterreichischen Langenzersdorf.
Sendemasten Bisamberg (Bild: ORF)
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