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MI | 11.04.2012
Anas Schakfeh
RELIGION
Muslime in Österreich: Schakfeh gewürdigt
Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, ist am Freitag mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet worden.
Schakfeh ist oberster Vertreter der österreichischen Muslime.
Seit 1999 Chef der Glaubensgemeinschaft
Der 67-jährige gebürtige Syrer steht seit 1999 an der Spitze der Vereinigung.

Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) bedankte sich bei Schakfeh. Dieser seit mitverantwortlich dafür, dass die Kooperation der Religionsgemeinschaften in Wien so gut funktioniere: "Dazu, Herr Präsident, haben sie unendlich viel beigetragen."
Laudator: "Sie sind ein Role Model"
Laudator Thomas Oliva, ehemaliger Chef der Wiener Industriellenvereinigung und Vorsitzender der Wiener Zuwanderungskommission, lobte den IG-Chef dafür, dass er ein konfliktfreies Miteinander in Wien ermögliche - und betonte: "Sie sind ein Role Model."

Oliva verwies auf die Bedeutung von Integration, die durch Partizipation - nicht durch Assimilation - geschehen solle. Eigene Werte müssten nicht aufgegeben werden. Werde Integration als Partizipation, also als Teilnahme verstanden, dann gehöre dazu auch Toleranz.
Anas Schakfeh und Frau Wichtige Infrastrukturprojekte realisiert
"In Wien zu leben ist nicht nur schön, es ist ein Privileg", versicherte Schakfeh. Und es sei ein besonderer Tag, da er eine Wiener Ehrung erhalte. Er habe in seiner Tätigkeit als Präsident der Glaubensgemeinschaft "natürlich viele Höhen und Tiefen" erlebt, aber er sei dankbar, dass ihm Einiges gelungen sei: "Denn die letzten zehn Jahre waren gekennzeichnet von der Realisierung wichtiger Infrastrukturprojekte."

So sei es etwa möglich gewesen, einen Friedhof für die Muslime zu errichten, erinnerte Schakfeh. Auch konfessionelle Schulen seien gebaut worden.
Arbeitete als Dolmetscher und Religionslehrer
Noch kein Nachfolger gekürt
Schakfeh wurde am 6. März 1943 in Hama in Syrien geboren. Nach der Reifeprüfung in Damaskus besuchte er das theologische Seminar in seiner Geburtsstadt. 1965 kam er nach Österreich. Er studierte vorerst Medizin und Arabistik und stieg später auf die Dolmetsch-Ausbildung um. Von 1977 bis 1984 war er in diesem Bereich tätig.

1984 wechselte er als Religionslehrer an eine Wiener AHS, im September 1998 wurde er Fachinspektor für den islamischen Religionsunterricht.

Bereits 1987 wurde er zum Vorsitzenden der Religionsgemeinde Wien, Niederösterreich und Burgenland gewählt. 1997 wurde Schakfeh geschäftsführender Präsident der Glaubensgemeinschaft, deren Führung er 1999 auch offiziell übernahm. 2007 gab er seinen Rückzug bekannt, ein Nachfolger an der Spitze der Glaubensgemeinschaft wurde aber noch nicht gekürt.
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