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MI | 11.04.2012
Statue von Karl Lueger (Bild: ORF)
KOMMUNALES
Lueger-Denkmal: Über 150 Ideen eingereicht
Im Dezember hat die Universität für angewandte Kunst einen Wettbewerb zur Umgestaltung des Lueger-Denkmals in der Innenstadt ausgerufen. Laut Initiator Martin Krenn wurden mehr als 150 Konzepte eingesandt.
Die Sieger sollen noch im April von einer Jury gekürt werden.
Konzepte aus aller Welt eingegangen
Ende März ist die - bereits um einen Monat verlängerte - Einreichfrist abgelaufen. Die Sieger aus den über 150 Einreichungen sollen noch im April von einer Jury gekürt werden, erklärte der Initiator.

Er sei überwältigt von der Dichte und Qualität der Einreichungen, sagte Krenn. Unter den Teilnehmern fänden sich neben Künstlern auch Architekturbüros und Professoren von Kunstuniversitäten.

Die Vorschläge zeichnen sich darüber hinaus durch internationale Provenienz aus. So kommen Projektideen etwa aus Deutschland, Schottland und den USA. Der Bogen spanne sich von utopischen Entwürfen bis hin zu präzise ausgearbeiteten Plänen, so Krenn.
Initiator hofft auf Umsetzung durch die Stadt
Viele Ideen hätten sich sehr auf die Statue selbst fokussiert, aber es gebe auch Konzepte, die den ganzen Platz - der ebenfalls nach Lueger benannt ist und beim Stubentor liegt - einbezogen hätten.

Im Zuge der Ausschreibung wurden kreative Lösungen gesucht, wie das Denkmal von Wiens Ex-Bürgermeister Karl Lueger ohne Zerstörung oder Demontage zu einem "Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus in Österreich" umgestaltet werden kann.

Immerhin habe das christlichsoziale Stadtoberhaupt Antisemitismus als politisches Kalkül eingesetzt, hieß es in der Begründung. "Die Stadt hat jetzt eine einmalige Chance, sich in dieser Frage neu zu positionieren", hofft Krenn nun auf die Umsetzung einer der Einreichungen.
FPÖ dagegen, Grüne dafür
Von einem neuerlichen Versuch "der vereinigten Linken, ideologisch motivierte Denkmalstürmerei in Wien" zu betreiben, sprach die stellvertretende FPÖ-Landesparteiobfrau Veronika Matiassek in einer Aussendung. Das 1926 errichtete Denkmal sei ein kulturhistorisches Bauwerk und müsse aus seiner Zeit heraus verstanden werden.

Die Grünen forderten Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) auf, die Umgestaltung des Denkmals zu unterstützen. Zusätzlich müsse dringend eine breite Diskussion über die Umbenennung des Lueger-Rings geführt werden, sagte Gemeinderat Marco Schreuder.
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