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MI | 11.04.2012
Michael Tscharnutter (Bild: APA/Christian Schwei)
POLITIK
Wiener BZÖ-Landesgruppe zerbröselt
Das Wiener BZÖ hat sich gespalten. Einige bisherige BZÖ-Bezirksobleute gründeten das "Freie Bündnis Zukunft" (FBZ), um sich vom Wiener Parteichef Michael Tscharnutter abzugrenzen. Das Bundes-BZÖ reagierte gelassen.
Splittergruppe trennt sich nach Konflikt um neuen Wiener Parteichef ab.
"Fehlende Demokratie"
Grund für die Abspaltung sei ein "Basis-Führungs-Konflikt", so Christian Neubacher, der nunmehrige FBZ-Landesgeschäftsführer. Man habe beschlossen, wegen fehlender innerparteilicher Kritik und Demokratie eine eigene Partei zu gründen.

Hintergrund sei ein Konflikt zwischen dem damaligen Landesobmann Helmut Stubner und Parteichef Michael Tscharnutter im Sommer 2009. Stubner habe Tscharnutter ablösen, dieser aber nicht gehen wollen. Ein ordentlicher Parteitag sei von der Bundespartei, konkret von BZÖ-Chef Josef Bucher und Herbert Scheibner, verweigert worden, so Neubacher.

Scheibner, der in Wirklichkeit die Fäden ziehe, um seinen und Peter Westenthalers Listenplätze zu halten, habe Tscharnutter "installiert". Um Stubner als Landesparteichef Wiens zu verhindern, sei dieser dann als Landesobmann zunächst enthoben und am 16. März aus der Partei ausgeschlossen worden.
25 Funktionäre bei 35 Mitgliedern
Das FBZ sei am 22. März gegründet worden. Derzeit zähle man rund 35 Mitglieder inklusive etwa 25 Funktionären, so Neubacher. Beigetreten seien bis auf zwei Ausnahmen alle Wiener Bezirksobleute.

Die Parteilinie sei "klassisch liberal". so Neubacher. Man trete etwa für die Privatisierung des Gemeindebaus und die Legalisierung von Marihuana ein. Bei der Landtagswahl im Oktober in Wien will das FBZ antreten.
BZÖ bleibt gelassen
Das Bundes-BZÖ reagierte auf die Abspaltung gelassen. Ein Sprecher wünschte viel Glück. Wer den Weg von Parteichef Josef Bucher "nicht mittragen kann, soll sich ein neues politisches Zuhause suchen".

Mit den von Neubacher erhobenen Vorwürfen, wonach Bucher und Scheibner eine demokratische Wahl eines Landesparteiobmanns verhindert hätten, wolle man sich nicht einmal beschäftigen.
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