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MI | 11.04.2012
Fluglotsin (Bild: Austro Control GmbH)
VERKEHR
Austro Control bereitet Luftraumsperre vor
Der österreichische Luftraum wird wegen des Vulkanausbruchs in Island laut Austro Control ab dem frühen Abend gesperrt, der Flughafen Wien nach derzeitigem Stand bereits um 18.45 Uhr. Piloten und Flughäfen werden informiert.
Es steht nicht genau fest, wann genau die Aschewolke Österreich erreicht.
Sperre von Wien-Schwechat
"Wir rechnen damit, dass am Abend auf den Flughäfen in Wien, Salzburg und Linz der Flugbetrieb eingestellt werden muss", sagte Markus Pohanka, Sprecher der Austro Control, im ORF Radio. Nach derzeitigem Stand soll die Sperre nun nicht erst um 20.00 Uhr, sondern bereits um 18.45 Uhr erfolgen. Etwa ein, zwei Stunden später sollen dann auch die Fughäfen Graz, Klagenfurt und Innsbruck folgen.

Wie lange die Flughäfen gesperrt bleiben müssen, sei nicht absehbar. Zuletzt hieß es von der deutschen Flugsicherung für Deutschland, dass der Flugbetrieb voraussichtlich noch mindestens bis Anfang nächster Woche durch die Aschewolke beeinträchtigt bleiben wird. Die verlässlichen Prognosen, wie sich die Aschewolke weiterbewegen wird, reichen nur bis etwa Mitternacht, hieß es Freitagvormittag.
4.000 Flugzeuge täglich über Österreich
Täglich fliegen rund 4.000 Maschinen über Österreich hinweg, alleine am Flughafen Wien gibt es üblicherweise etwa 1.000 Starts.
Der Flughafen Wien-Schwechat ist derzeit noch geöffnet.
Austro Control informiert Piloten
"Sicherheit hat oberste Priorität", betonte Austro Control-Sprecher Markus Pohanka. Flughäfen, Fluggesellschaften und Piloten werden über die Sperre informiert. Die Vorbereitungen für eine Sperre des Luftraums laufen.

Grundlage für alle Entscheidungen sind die ständig aktualisierten Prognosen, wie sich die Aschewolke weiterbewegt. Diese kommt von Norden und wird im Laufe des Tages Tschechien erreichen und dort ebenfalls die Maschinen auf den Boden zwingen.

Der Flughafen Wien-Schwechat ist derzeit noch geöffnet. Hunderte Passagiere sind gestrandet, weil ihre Flüge abgesagt wurden.
Notarzthubschrauber Christophorus 11 (Bild: ÖAMTC) Hubschrauber fliegen, Eurofighter nicht
Keine Probleme mit der Aschewolke bekommen in jedem Fall die Rettungshubschrauber in Österreich. Diese dürfen laut Pohanka problemlos durchgeführt werden.

Laut ÖAMTC sind Sichtflüge in niedriger Höhe von der Luftraumsperre nicht betroffen. Um sich abzusichern, stünde man zudem mit dem Triebwerkshersteller in Kontakt.

Ebenso wie Hubschraubereinsätze sind laut Austro Control auch Sichtflüge für Privatpersonen mit Propellermaschinen in niedriger Höhe nicht betroffen. "Da spricht nichts dagegen", betonte Pohanka. Die Eurofighter hingegen müssen im Falle einer Luftraumsperre auf dem Boden bleiben.
Lauda (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
Asche hat zwei Wirkungen, die Flugzeuge zum Absturz bringen können.
Flugzeuge können nicht durch Asche fliegen
Die Außenhaut der Flugzeuge wird abgeschliffen, die Cockpitscheiben werden trübe, die Triebwerke verstopft: Die Auswirkungen von Asche in der Luft auf Flugzeuge können tödlich sein. "Flugzeuge können einfach nicht durch Aschewolken fliegen", sagte Lauda, selbst Pilot, in der ZiB 2 am Donnerstag.

In der Asche enthaltene Kristalle und Gesteinsteilchen wirken wie Schleifpapier, die Asche selbst verklebt Leitungen. "Und wenn das noch nass wird, ist das wie Beton", so Lauda. Das Flugzeug werde unbrauchbar. Technische Lösungen dagegen gebe es nicht. Flugzeuge, die heil aus einer Aschewolke herauskamen und landen konnten, mussten generalüberholt werden.
Passagiere müssen Geduld haben.
Luftraum könnte kurzfristig geöffnet werden
Den Passagieren könne man nur raten, Geduld zu haben. Ein Vulkanausbrauch sei höhere Gewalt. Alles andere als abzuwarten wäre gefährlich und sinnlos, sagte Lauda, obwohl bei längeren Ausfällen den Airlines "wahnsinnige Verluste" drohen.

Regen könnte das Problem rasch lösen und die Asche aus der Luft spülen. Vorerst einmal müsse aber einfach abgewartet werden. Man kann genau beobachten, wohin die Aschewolke ziehe und dann rasch reagieren und kurzfristig den Luftraum öffnen.
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