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MI | 11.04.2012
Flughafen-Hauptversammlung mit Vorständen Kaufmann und Gabmann (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Flughafen-Hauptversammlung verlief turbulent
Die ordentliche Hauptversammlung der Flughafen Wien AG ist am Donnerstag turbulent verlaufen. Zentrale Themen waren wie erwartet das Skylink-Debakel, die Vertragsverlängerungen und Bonuszahlungen an den Vorstand.
Skylink-Terminal im Mittelpunkt
Nachgehakt haben die rund 170 anwesenden Aktionäre vor allem bei dem vom Grazer Rechtsexperten Waldemar Jud erstellten Gutachten, das der Aufsichtsrat in Auftrag gegeben hat und sich 430.000 Euro kosten ließ.

Die Aktionäre wollten Jud festnageln, dass er doch eine Sorgfaltswidrigkeit des Flughafen-Vorstandes bei der Kostenexplosion beim Bau des Skylink-Terminals festgestellt habe.

Jud hielt allerdings daran fest, dass den Vorständen nichts anzulasten sei und er keine Sorgfaltswidrigkeit festgestellt habe.
Anlegerschützer kritisieren neue Bonusregelung.
Rasinger gegen Boni-Zahlungen
In punkto Bonuszahlungen einigte man sich auf eine geänderte Bonifikationsstruktur. Ab 2009 hängen die Boni zu 50 Prozent von der Fertigstellung des Skylink und zu 50 Prozent von der Geschäftsentwicklung des Flughafens ab. 2008, als der Skylink noch kein Thema war, wurden pro Vorstand 145.000 Euro Bonus ausbezahlt.

Anlegerschützer Wilhelm Rasinger, der heute bei der Hauptversammlung der deutschen Lufthansa war, findet die Bonus-Regelung allerdings nicht angemessen, überhaupt keine Boni wären angebracht gewesen - und zwar so lange, bis der Skylink ein Jahr lang störungsfrei funktioniert hat, wie er im Gespräch mit der APA betonte.

Auch Florian Beckermann vom Interessenverband für Anleger (IVA) kommt im Gespräch mit "Wien heute"zu diesem Schluss: "Es dürfte eigentlich gar keine Auszahlung in Sachen Boni geben, solange dieser Skylink nicht fertiggestellt und betriebstüchtig ist".
Verlängerung der Vorstandsverträge auch zentrales Thema.
Massive Kritik an Vorstandsverträgen
Massive Kritik kam heute von den Anlegern an der Vertragsverlängerung der Vorstände. Im Herbst 2009 wurden die Verträge vom Aufsichtsrat um fünf Jahre verlängert.

Laut Rasinger war das ein "enormer" Vertrauensbeweis und vom Aufsichtsrat unverantwortlich. Seiner Meinung nach hätte eine Verlängerung um zwei Jahre auch gereicht. Wenn der Rechnungshof-Prüfbericht eine Ablöse erfordert, werde das extrem teuer.
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