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MI | 11.04.2012
Feuerwehr (Bild: ORF)
WETTER
ZAMG: Regen wie nur alle 50 Jahre
Regen wie nur alle 50 Jahre: Das waren die Unwetter vom Donnerstag für die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). wien.ORF.at-Leserinnen und -Leser haben das Unwetter mit der Kamera festgehalten.
52 Liter pro Quadratmeter
Ursache waren ein mächtiges Tiefdruckgebiet und labil geschichtete Luftmassen, wie es von der ZAMG hieß. Spitzenreiter war die Messstation in der Wiener Innenstadt. Dort wurden insgesamt 63 Liter pro Quadratmeter gemessen. Davon regnete es allein 52 Liter pro Quadratmeter in 60 Minuten - ein Stundenwert, wie er in Wien nur alle 50 Jahre vorkommt.

Auch ein Zehnminutenwert von 17 Litern pro Quadratmeter wird in Wien nur alle 25 Jahre aufgezeichnet. Da keine der Wetterzellen direkt über eine Messstation gezogen war, dürften die Niederschlagsmengen örtlich noch höher gewesen sein, so die ZAMG.
Heftiger Regen hielt Feuerwehr auf Trab
250 Einsätze zusätzlich brachte das Unwetter für die Wiener Feuerwehr. Kanäle wurden überschwemmt und Straßenzüge überflutet.

Von 17.00 bis 22.00 Uhr herrschte bei der Feuerwehr erhöhte Einsatzbereitschaft. Das bedeutete, dass Feuerwehrautos auch von den Einsätzen mit Blaulicht einrücken und so wesentlich schneller wieder ausfahren können. Zusätzliches Personal wurde nicht in den Dienst gestellt.

Es habe sich bei den Einsätzen allerdings um "lauter Kleinigkeiten" gehandelt, sagte Feuerwehrsprecher Alexander Markl. So waren Keller und Aufzugsschächte auszupumpen.
Sprecher von Wien Kanal: "Da ist man machtlos."
Stellenweise 100-jähriges Regenereignis
Die Wiener Kanaleinsatztrupps sind ebenfalls seit Donnerstag im Dauereinsatz. "Da ist man machtlos", sagte ein Sprecher von Wien Kanal am Freitag. Das Wiener Kanalnetz sei dem europaweiten Standard entsprechend auf ein fünfjähriges Regenereignis ausgelegt.

Diese statistische Größe sei stellenweise bei weitem überschritten worden. "Über der Lerchenfelder Straße hatten wir fast ein 100-jähriges Regenereignis", hieß es.

Der 2006 in Betrieb genommene Tiefspeicherkanal unter dem Wienfluss war mit 110 Mio. Liter Wasser randvoll. Und auch am Wochenende bleibe Wien Kanal angesichts der Prognosen in verstärkter Bereitschaft, so der Sprecher. In der Verantwortung stünden aber auch die Hauseigentümer, da meist schlecht gewartete Hauskanäle zu überschwemmten Kellern führten.
Unwetter über Wien (Bild: ORF/Birgit Hadler)
Lerchenfelder Gürtel unter Wasser.
Westbahnhof (Bild: ORF) Wassereinbruch bei U3 wegen Baustelle
Die "Öffis" sind laut Wiener Linien wieder im Normalbetrieb unterwegs. Noch nicht ganz geklärt ist, warum Wasser in die U-Bahn-Station Westbahnhof eindringen konnte, was eine Sperre der Haltestelle notwendig machte.

"Das ist jedenfalls durch die Bahnhofsbaustelle begründet", erklärte ein Sprecher der Verkehrsbetriebe. Man habe sich noch in der Nacht mit dem Baustellenbetreiber in Verbindung gesetzt, um eine technische Lösung zu erarbeiten, die solche Vorfälle künftig verhindern soll.
* Teilnahmebedingungen: Pro Teilnehmerin und Teilnehmer sind mehrere Fotos zugelassen. Die Auswahl der Bilder obliegt ausschließlich dem ORF. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Jeder Einsender erteilt dem ORF die Nutzungsrechte an seinen Fotos.
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