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MI | 11.04.2012
E-Card (Bild: APA/Harald Schneider)
GESUNDHEIT
800.000 E-Cards werden getauscht
Derzeit werden österreichweit insgesamt vier Millionen E-Cards getauscht, allein in Wien sind es rund 800.000. Etwa ein Fünftel wurde bereits per Post zugestellt. Bis Ende des Jahres soll die Umtauschaktion in Wien abgeschlossen sein.
Tausch kostet acht Millionen Euro
Auf den ersten Blick ist die neue E-Card Generation kaum anders als die alte. Neu ist die spürbare Blindenschrift, welche es sehbehinderten Menschen erleichtern soll, die E-Card von anderen Karten zu unterscheiden.

Auf der neuen Karte sind so wie bei der alten E-Card nur Versicherungsnummer und der Name gespeichert. Ein Foto wird es aus Kostengründen auch auf der neuen E-Card nicht geben.

Notwendig wurde der Tausch, da die Gültigkeit der Europäischen Krankenversichertenkarte auf der Rückseite der E-Card nach fünf Jahren abläuft. Die Kosten für den Austausch in ganz Österreich belaufen sich auf rund acht Mio. Euro.
E-Card Missbrauch laut Hauptverband kein Thema.
E-Card kann mit Hausmüll entsorgt werden
Der Umtausch passiert automatisch. Die Wiener Gebietskrankenkasse hat seit Mitte April bereits 144.000 neue E-Cards verschickt. Spätestens zwei Wochen vor dem Ablaufdatum der alten sollte die neue Karte im Postkasten liegen. Sie ist sofort gültig. Die alte E-Card kann mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Der Vorwurf, wonach die E-Card zu systematischem Missbrauch führe, sei hingegen "in keiner Weise haltbar", sagte Vorstandsvorsitzender des Hauptverbands der Sozialversicherungen, Hans-Jörg Schelling. "Das System als solches ist nicht missbrauchsanfällig." Nur in Einzelfällen würden etwa Karten "verborgt" oder gestohlene Karten vorgewiesen.

So wurden im Vorjahr in Wien laut internen Überprüfungen der der Wiener Gebietskrankenkasse sieben gestohlene Karten verwendet und 15 E-Cards "verborgt". Angesichts der 1,4 Millionen Anspruchsberechtigten in Wien sei das somit "wirklich kein Thema", so Erich Sulzbacher, Generaldirektor der Wiener Gebietskrankenkasse.
Neue Aufgaben mit E-Medikation?
Der Forderung, die E-Card auch mit einem Bild des Versicherten zu versehen, konnte Schelling nichts abgewinnen, zumal sich die Kosten hierfür auf 15 Mio. Euro belaufen würden. Die Identitätsfeststellung mittels Lichtbildausweis, wie sie derzeit schon in Ambulanzen gehandhabt wird, sei ausreichend.

Die E-Card könnte aber schon bald im Zusammenhang mit der sogenannte E-Medikation neue Aufgaben übernehmen. Dadurch sollen sowohl der Apotheker als auch der Arzt und das Krankenhaus über die E-Card sehen, welche Medikamente ein Patient schon einnimmt, und so die Patientensicherheit erhöhen. Ab 2011 wird ein entsprechendes Projekt auch in Wien getestet.
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