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MI | 11.04.2012
Eintragung ins Kondolenzbuch bei Requiem für Hans Dichand im Stephansdom (Bild: ORF)
MENSCHEN
Zahlreiche Politiker bei Requiem für Dichand
Für den verstorbenen "Kronen Zeitung"-Herausgeber Hans Dichand hat am Samstag ein Requiem stattgefunden. Im Stephansdom, wo Kardinal Christoph Schönborn die Messe hielt, fanden sich auch zahlreiche Politiker ein.
Kanzler und Vizekanzler unter den Gästen
Es glich beinahe einem Staatsbegräbnis: Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) war mit seiner Gattin gekommen, Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) wohnte dem Requiem ebenso bei wie Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP).

Neben FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache waren auch BZÖ-Chef Josef Bucher, Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) unter den Gästen.

EU-Abgeordneter Othmar Karas (ÖVP) war mit Elisabeth Waldheim gekommen. Auch der ehemalige Finanzminister Hannes Androsch war in den Dom gekommen.
Sicherheitspersonal vor Beginn des Requiems für den verstorbenen "Krone"-Herausgeber Hans Dichand (Bild: APA/Georg Hochmuth)
Film- und Fotoverbot beim Requiem.
Security-Mitarbeiter im Einsatz
Neben den politischen Vertretern fand sich unter den Trauergästen neben ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Medienmacher Hans Mahr mit Fernsehmoderatorin Katja Burkard, Medienberater Rudi Klausnitzer und Dagmar Koller auch "Krone"-Redakteur Michael Jeannee ein.

Während des Requiems galt strenges Fotografier- und Filmverbot. Das vordere Drittel des Stephansdoms wurde abgesperrt und durch Security-Mitarbeiter gesichert.

Lediglich Familie, "Krone"-Mitarbeiter, Prominente und die anwesenden politischen Würdenträger hatten zu diesem Abschnitt Zugang. Vor Beginn des Requiems wurden Kondolenzbücher im Dom aufgelegt.
Abschied zu Mozart und Bach
Zu den Klängen von Mozart und Johann Sebastian Bach nahmen Familie und Gäste Abschied von der kontrovers betrachteten Verlegerlegende. Schönborn fand vor allem positive Worte für den Verstorbenen.

Der "Krone"-Chef sei offen gewesen für Anliegen der Caritas und Diakonie gewesen sei, so Schönborn. Es sei "nicht selbstverständlich" gewesen, dass Dichand dem Evangelium in seiner Zeitung allsonntäglich Platz gab: "Hat es die restlichen Seiten der Zeitung durchsäuert?", fragte der Erzbischof in Anlehnung an das Bibelwort von Sauerteig und Brot.

"Wir sind in dieser Stunde nicht Richter, auch wenn in den Nachrufen, abgewogen, abgeschätzt und oft auch abgeurteilt wird", so der Kardinal. "Erbarme Dich unseres Bruders Hans", so Schönborn im Gebet.
Das Grab von Hans Dichand am Samstag, 26. Juni 2010, am Grinzinger Friedhof (Bild: APA/Georg Hochmuth) Begräbnis nur mit Familie
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand hingegen die Beisetzung Dichands statt. Nach Informationen der APA soll das Begräbnis auf dem Grinzinger Friedhof bereits im Lauf des Freitags im kleinen Kreis stattgefunden haben.

Dichand hatte schon zu Lebzeiten sein Grab auf dem Grinzinger Friedhof gestalten lassen. Dort steht ein schwarzer Grabstein mit der schlichten Aufschrift "Dichand".
Begnadeter und umstrittener Blattmacher
Dichand war am 17. Juni im Alter von 89 Jahren in Wien gestorben. Er galt als einer der begnadetsten und mächtigsten, aber auch umstrittensten Blattmacher des Landes.

Machtbestrebungen wies der Hundeliebhaber aber stets von sich und betonte: "Der Platz des Journalisten ist im Vorhof der Macht. Ich streichle lieber meinen Hund daheim, als Macht auszuüben."
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