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MI | 11.04.2012
Bankomat (Bild: APA/Barbara Gindl)
TECHNIK
30 Jahre Bankomat in Österreich
Was heute Alltag ist, hat vor exakt 30 Jahren begonnen. Am 8. September 1980 wurde der erste Bankomat Österreichs in der Wiener Schottengasse installiert. Inzwischen gibt es in Österreich 7.650 Geldausgabeautomaten.
Bankomat Schottengasse (Bild: ORF/Florian Kobler)
Bankomat in der Schottengasse 6-8
Bargeld rund um die Uhr
Österreich hat eines der dichtesten Geldautomatennetze Europas. Die ersten Bankomaten wurden von der Firma IBM in Wien in der Schottengasse, am Graben und am Stock-im-Eisen-Platz installiert.

Insgesamt 35 Geräte wurden im Einführungsjahr in Österreich angebracht, Ende 1981 waren bereits 90 im Einsatz. Ziel war es, Österreich flächendeckend mit Bankomaten zu versorgen. Anfangs wurde geschätzt, dass nur 300 bis 400 Geräte dafür ausreichen würden.

Verantwortlich für die Einführung der ersten Bankomaten war die GABE (Geldausgabeautomaten Service-Ges.mbH). Gleichzeitig wurde mit der Firma Eurocard Austria das Kreditkartengeschäft gestartet. Aus GABE und Eurocard Austria entstand das heutige Unternehmen PayLife.
Bankomat (Bild: APA/Herbert P. Oczere)
Warteschlange vor einem Bankomaten
am Nova-Rock-Festival im Burgenland
Bankomat 3 (Bild: APA/Günther R. Arting)
2005 wurde der erste rollstuhlgerechte Outdoor-Bankomat in Österreich installiert.
Bankomatisch in die Zukunft
1980 wurde 200.000-mal mit Bankomatkarte abgehoben, im Jahr 2009 dagegen 139,5 Millionen Mal mit österreichischen und zehn Millionen Mal mit ausländischen Karten.

Die Zahlen des ersten Halbjahrs 2010 zeigen, dass die Österreicher immer öfter mit Karten bezahlen. Gegenüber dem Vorjahr steigerten sich die Transaktionen bei der Bargeldbehebung mit Bankomatkarten und PayLife-servicierten Kreditkarten (Visa, MasterCard) um 9,8 Prozent auf 79,6 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 9,9 Mrd. Euro.

Experten gehen davon aus, dass der Anteil an Transaktions- und Umsatzzahlen mit Karten in Österreich in den nächsten fünf bis zehn Jahren noch auf das Doppelte ansteigen wird.
Zahlen & Fakten
7,7 Mio. Maestro-Bankomatkarten sind derzeit in Österreich im Umlauf. 1980 waren es nur 1,3 Mio. EC-Karten.

1,7 Mio. Bankomatkarten enthalten ein Stammkundenfunktionstool ("Friends of Merkur", "Billa Vorteilsclub", "BIPA Card" u. v. m.).

500 bis 1.200 Kilogramm wiegt ein Bankomat, je nachdem, ob dieser indoor oder outdoor angebracht ist.

294, 8 Mio. Zahlungstransaktionen mit Maestro-Bankomatkarten gab es im Vorjahr. Das Zahlungsvolumen betrug 14,5 Mrd. Euro.

445.000 Quick-Karten sind derzeit in Österreich im Umlauf. 25,7 Mio. Zahlungstransaktionen wurden damit im Vorjahr durchgeführt. Das Zahlungsvolumen betrug 130,7 Mio. Euro.

Im Gegensatz zu den meisten Nachbarländern berechnen österreichische Banken keine Gebühren für Abhebungen an Bankomaten einer „fremden“ Bank.
Bankomat 4 (Bild: APA/Hruby)
Gesprengter Bankomat
Sicherheit von Bankomaten
Österreichs Bankomaten sind sehr schwer zu knacken, da sie mit mechanischen sowie softwareseitigen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet sind. Dank Einsatz der Chiptechnologie entsprechen österreichische Bankomatkarten und -Kassen dem höchsten internationalen technischen Sicherheitsniveau.

Zusätzlich bieten verschiedene Geldinstitute ihren Kunden einen Versicherungsschutz für Bankomatkarten an, der vor Diebstahl, Verlust und Missbrauch schützt.
Chronik & Geschichte
1980 - wurden die ersten Geräte in Österreich von der Firma IBM in Wien installiert.

1983 - werden die österreichischen eurocheque-Karten mit Bankomatfunktion ausgestattet.

1985 - werden die ersten Foyergeräte installiert.

1995 - werden alle heimischen Maestro-Karten/ Bankomatkarten mit Chip ausgestattet.

1996 - werden diese Chips mit Quick, der Elektronische Geldbörse, ausgestattet, die mit bis zu 400 Euro aufgeladen werden kann.

1998 - werden erstmals Maestro-Bankomatkarten von österreichischen Geldinstituten für weltweites bargeldloses Zahlen und weltweiten Bargeldbezug ausgegeben.

2000 - wird die Bankomatlösung um die Funktion "PIN Reset" erweitert. Es ist nun möglich, nach drei fehlerhaften PIN-Eingaben mit einem vierten Versuch den richtigen PIN einzugeben.

2001 - Österreichs Bankomaten werden auf die Einführung des Euro vorbereitet.

2004 - können Wertkartenhandys erstmals in Österreich am Bankomaten aufgeladen werden.

2005 - wird der erste rollstuhlgerechte Outdoor-Bankomat Österreichs in Wien-Währing in Betrieb genommen. Das Geldausgabegerät ist um 30 Zentimeter tiefer als üblich eingebaut.

2007 - akzeptieren österreichische Bankomaten erstmals chinesische CUP-Zahlkarten (China Union Pay). Davon sind 2007 weltweit 1,3 Milliarden Stück im Umlauf.

2007 - wird die "PayLife"-Bankomatkasse als mobiles Gerät und als Einbaumodul eingeführt. Aktuell gibt es in Österreich mehr als 85.000 Akzeptanzstellen.
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