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MI | 11.04.2012
Spitzenkandidatin Maria Vassilakou bei Wahlkampfauftakt der Grünen (Bild: APA/Hans Klaus Techt)
WIEN-WAHL 2010
Öko-Corso zum Wahlkampfauftakt
In Wien-Neubau eröffneten die Wiener Grünen am Dienstagvormittag ihren Wahlkampf für die Wien-Wahl. Gestartet wurde dabei mit Ökofahrzeugen wie E-Bikes und Segways.
"Auf die Plätze, fertig, grün" zum Auftakt.
Wahlkampf-Eröffnung im MuseumsQuartier
Der "Corso" mit den Ökofahrzeugen führte vom Schmerlingplatz zum MuseumsQuartier. In der dort beheimateten Arena 21 eröffnete der Bezirksvorsteher von Wien-Neubau, Thomas Blimlinger, den Wahlkampfauftakt unter dem Motto "Auf die Plätze, fertig, grün".

"Die letzten Tage und Wochen waren sicherlich nicht einfach für uns", verwies Blimlinger auf die internen Querelen in Vorwahlkampfzeiten. "Aber jetzt ist es wichtig, zusammenzustehen", schwor er die grüne Gemeinde ein.
Spitzenkandidatin Maria Vassilakou bei Wahlkampfauftakt der Wiener Grünen (Bild: APA/Hans Klaus Techt) Vassilakou für Rot-Grüne Koalition
Klubobfrau und Spitzenkandidatin Maria Vassilakou zeigte sich kämpferisch für eine Rot-Grüne Koalition: "Wir wären verdammt blöd, wenn wir diese Chance vertun."

Mit den Grünen in der Regierung bestehe die Möglichkeit, in Wien Pionierleistungen europäischen Ausmaßes von der Energie- über die Schul- bis hin zur Sozial- und Bildungspolitik zu schaffen: "Wir kämpfen gegen die Gartenzwergigkeit des Denkens."

Die FPÖ wiederum habe in Wien nichts verloren. "Sie gehört dorthin, wo sie am liebsten herumwühlt: in den Mistkübel der Geschichte", so Vassilakou.

Zu den monatelangen internen Streitigkeiten meinte Vassilakou: "Wenn Mitstreiter den Grünen den Rücken kehren und wir wochenlang eine Soap-Opera haben, ist das nicht gut. Aber wir wissen, dass es am 10. Oktober um viel mehr geht als um persönliche Befindlichkeit. Wir werden kämpfen, und wir werden siegen."
Neue Arbeitsplätze und grüne Wirtschaft
Kritisiert wurde von der Grünen Spitzenkandidatin auch die Wiener SPÖ. "Die Gemeinde finanziert den Machterhalt der Partei - ein macchiavellistisches Perpetuum mobile mit einem Profiteur, der SPÖ und 1,7 Millionen Geschädigten, den Bürgern der Stadt Wien."

Dabei würde das Geld fehlen, so Vassilakou: "In Wien leben 100.000 Kinder an der Armutsgrenze, die Stadtwerke werden auch diesen Winter Menschen wieder die Heizung abdrehen. Wir haben eine Kindergartenpflicht und keine Betreuungsplätze. Und demnächst werden Studierende in Wien auch noch eine Bildungssteuer entrichten müssen."

Im Wahlprogramm der Grünen steht die Schaffung von 50.000 Arbeitsplätzen, Investitionen in die grüne Wirtschaft, eine Kindergarten- und Schuloffensive sowie ein Schwerpunkt im Pflegebereich.
Alexander Van der Bellen, Eva Glawischnig, Maria Vassilakou, David Ellensohn bei Wahlkampfauftakt der Wiener Grünen (Bild: APA/Hans Klaus Techt)
Die Bundessprecherin der Grünen Eva Glawischnig beim Wahlkampfauftakt der Wiener Grünen (Bild: APA/Hans Klaus Techt) Reden von Van der Bellen und Glawischnig
Der frühere Bundessprecher Alexander Van der Bellen, der für Wien in vier Wahlkreisen um Vorzugsstimmen buhlt, sah die internen Streitereien offenbar lockerer: "Persönliche Querelen? Vergiss es, na und?!"

Man habe nach der Wahl freilich einiges zu besprechen, aber aktuell gelte: "Ich möchte ins Rathaus, Maria Vassilakou als Vizebürgermeisterin und mindestens sieben Stadträte für die Grünen", so der Herr Professor nicht ganz ironiefrei.

Die Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, kritisierte Bürgermeister Häupl. Er habe ein Sprechverbot erteilt, während die Regierung das "größte Sparpaket der Zweiten Republik" vorbereite. Für Vassilakou gab es verbale Schützenhilfe: "Wien braucht politisch denkende und handelnde Menschen - und so ein Mensch ist Maria Vassilakou."
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