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MI | 11.04.2012
Franz Zodl (Bild: ORF)
KULTUR
Franz Zodl auf offener Bühne gestorben
Mitten in der Aufführung von "Die Gigerln von Wien" im Gloria Theater in Wien-Floridsdorf ist Samstagabend TV-Koch Franz Zodl gestorben. Seit dem Vorjahr als Koch in Pension, widmete er sich seitdem nur noch seinem Hobby Theater.
Beim Singen Bewusstsein verloren
"Es ist beim Singen passiert", sagte Wilhelm Turecek, Obmann der Wiener Gastronomie. Zodl gab einen Kellner, als er plötzlich das Bewusstsein verlor. Theaterprinzipal Gerald Pichowetz versuchte noch Erste Hilfe zu leisten, die Rettung sei sechs Minuten nach der Alarmierung an Ort und Stelle gewesen.

Doch alle Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. "Glücklich war er, als er gegangen ist", sagte Turecek. Die Vorstellung wurde abgebrochen, 250 Theaterbesucher nach Hause geschickt.
Franz Zodl (l.) mit Moderator Peter Tichatschek in der ORF-Sendung "Frisch gekocht ist halb gewonnen" (Bild: ORF)
Franz Zodl (l.) mit Moderator Peter Tichatschek war auch öfters Gast in der ORF-Sendung "Frisch gekocht ist halb gewonnen".
Erhielt als erster Koch den Titel Professor.
"Ausbildner aller heutigen Spitzenköche"
Der am 14. August 1944 geborene Franz Zodl war unter anderem in seiner Rolle als Koch in der TV-Sendung "Seniorenclub" bekannt geworden, die er zwölf Jahre lang ausfüllte. Mehrere Jahre wirkte er auch im "Häferlgucker" mit, fungierte als Weltpräsident des Kochverbands und stand zwei Perioden dem österreichischen Kochverband vor.

"Er war der Ausbildner aller heutigen Spitzenköche des Landes", so Turecek. Der laut seiner Eigendefinition "begeisterte Vertreter der österreichischen Kochkunst" wurde als erster Vertreter der Kochzunft 1996 mit dem Titel "Professor" geehrt.
Vom Zuckerbäcker zum hochdekorierten kulinarischen Botschafter Österreichs.
Wiener Küche: "Paniertes und Pikantes"
Zodl hatte als Zuckerbäcker begonnen, kam mit 17 Jahren von Gumpoldskirchen ins Hotel Sacher. Von 1984 bis 2009 war er Direktor der Gastgewerbefachschule am Wiener Judenplatz. Den speziellen Geschmack der Wiener und der österreichischen Küche definierte er einfach mit "Paniertes und Pikantes".

Trotz seiner jahrelangen Tätigkeit als Lehrer an in- und ausländischen Bildungseinrichtungen war er nach eigenem Empfinden "immer noch mehr Koch als Lehrer". Zodl bekam unter anderem 1991 das "Goldene Ehrenzeichen der Republik" und 2007 das "Goldene Verdienstzeichen für Verdienste um das Land Wien".
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