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MI | 11.04.2012
Karola Kraus (Bild: APA/Herbert Pfarrhof)
KULTUR
Neue Mumok-Direktorin tritt Amt an
Karola Kraus gilt als Netzwerkerin und Leitungspersönlichkeit: Im Oktober 2010 hat sie das Amt als neue Direktorin des Mumok angetreten. Die Ambitionen ihres Vorgängers, das Museum zu erweitern, will sie nicht fortsetzen.
Kraus möchet das Mumok nächstes Jahr renovieren.
Programm bis Mai 2011 steht
Kraus folgt Edelbert Köb nach, der das Mumok (Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien) acht Jahre lang geleitet hat. Eines seiner wichtigsten kulturpolitischen Anliegen, die Erweiterung des Mumok, wird Kraus zunächst nicht weiterverfolgen.

Kraus übernimmt das Mumok jedenfalls relativ kurzfristig. Sie leitete zuletzt die Kunsthalle Baden-Baden und wird dort ihre letzte Ausstellung, eine Installation von Daniel Buren, im Dezember noch realisieren.

Zeit für ihre eigene Gestaltung des Museums hat Kraus noch, denn das Programm steht bereits bis Mai nächsten Jahres fest. Dann möchte Kraus das Museum für Renovierungsarbeiten schließen. Die erste Ausstellung, die die Handschrift von Kraus tragen wird, soll Mitte Juni 2012 stattfinden. Im November will die neue Direktorin das Programm für die nächsten zwei Jahre vorstellen.
Karola Kraus (Bild: APA/Georg Hochmuth)
Kraus gefällt die "herausragende Sammlung sowie die prägnante Architektur" des MUMOK.
Steckbrief von Karola Kraus
Karola Kraus (Bild: APA/Herbert Pfarrhof)Karola Kraus wurde 1961 geboren und studierte Kunstgeschichte, neuere deutsche Literatur und klassische Archäologie in Stuttgart und München.
Danach leitete sie den Kunstverein Braunschweig, baute eine Sammlung für einen Privatsammler auf, leitete den nichtkommerziellen Kunstraum Daxer in München und organisierte dort kontextbezogene Ausstellungen.

Seit 2006 ist sie Direktorin der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Mit 1. Oktober 2010 bestellte sie Kulturministerin Claudia Schmied zur neuen Direktorin des Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (Mumok). Kraus folgt damit Edelbert Köb nach.
Karola Kraus (Bild: APA/Georg Hochmuth)
Edelbert Köb leitete acht Jahre das Mumok, ab sofort übernimmt Karola Kraus diese Funktion.
Die Zukunft des Mumok
Das Mumok soll auch in Zukunft der Pflege der österreichischen Gegenwartskunst verpflichtet sein. Kraus möchte mit der Wiener Kunstszene, mit anderen Häusern, Galerien oder der Akademie kooperieren. Kraus: "Hier in Wien wird immer viel von Konkurrenz gesprochen. Ich bin der Meinung, dass Konkurrenz das Geschäft belebt und dass man gemeinsam noch mehr erreichen kann".

In regelmäßiger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern möchte Karola Kraus jährlich vier Ausstellungen zeigen, die mit der Sammlung korrespondieren oder diese ergänzen. Dabei sollen Künstler der 1980er und 1990er Jahre mit ihren künstlerischen Vorläufern der 1960er und 1970er Jahre in Verbindung gebracht werden.

Kraus möchte außerdem "die strenge Unterscheidung zwischen den einzelnen Etagen" auflösen, "und Sammlung und Wechselausstellungen mehr in Dialog setzen". Besonderes Augenmerk will sie auf die Vermittlungsprogramme des Mumok legen.
Kunst soll für alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen erfahrbar gemacht werden.
Karola Kraus (Bild: APA/Georg Hochmuth) Vorschusslorbeeren und Kritik
"Karola Kraus ist in der internationalen Kunstszene bestens vernetzt und hoch angesehen", so Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ). Das Mumok werde mit Kraus als Sammlungsmuseum und Ausstellungshaus im internationalen Kunstkontext und -diskurs gestärkt.

Auch Kuratoriumsvorsitzender Wolfgang Zinggl betonte, dass Kraus ein sehr guter Ruf vorauseile und auch er einen sehr guten Eindruck gewonnen hat.

Auf der anderen Seite wurde bei der Bestellung von Kraus kritisiert, sie hätte nur Kunsthallen-, aber keine Museumserfahrung. "Dies ist für mich eine Herausforderung und war auch immer ein großer Wunsch von mir. Ich hoffe, dass ich meine Kritiker bald vom Gegenteil überzeugen kann", kontert Kraus.
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