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MI | 11.04.2012
Beschädigtes Grab am Friedhof Meidling (Bild: APA/Pfarrhofer)
KOMMUNALES
Friedhof Meidling: 300.000 Euro Schaden
Nach dem massiven Vandalenakt am Friedhof in Meidling am vergangenen Wochenende wird über den oder die Täter und das Motiv gerätselt. Die Friedhofverwaltung geht mittlerweile von einem Schaden um die 300.000 Euro aus.
150 Anzeigen bei Polizei eingegangen
"Am Friedhof sieht es furchtbar aus", betonte Friedhöfe Wien-Geschäftsführer Erhard Rauch. 150 Angehörige haben bereits Anzeige bei der Polizei erstattet, doch gibt es auch zerstörte Gräber, die nicht mehr besucht werden.

Die Polizei versucht derzeit zu klären, ob es einen Zusammenhang mit einem Vandalenakt vor zwei Wochen gibt. Am 17. Oktober wurden ähnlich wie diesmal Grabsteine umgeworfen und Grabplatten beschädigt sowie Wasserhähne aufgedreht. Auch damals war der Sachschaden "relativ hoch".
Polizei prüft Zusammenhang zweier Vorfälle.
Keine Anzeichen für religiösen Hintergrund
Laut Rauch betrafen die Zerstörungen beide Male denselben Bereich im Teil des neuen Friedhofsgeländes. "Dort ist ein Zaun, wo man leichter hinüberkommt", erklärte Rauch.

Der Friedhof, der mit 1,80 bis zwei Meter hohen Mauern und Zäunen eingegrenzt ist, wird täglich ab 17.00 Uhr versperrt.

Anzeichen für einen religiösen oder politischen Hintergrund gebe es bisher nicht. Der oder die Täter dürften über Zaun oder Mauer geklettert sein, so Polizei-Sprecher Mario Hejl.
Friedhof Meidling umfasst 18.096 Gräber
Der Friedhof Meidling umfasst eine Fläche von 129.811 Quadratmetern, auf der 18.095 Grabstellen untergebracht sind. Laut der Friedhöfe Wien GmbH wurde das Areal in seinen Grundzügen am 6. August 1862 eingeweiht.

1905 verfügte der Friedhof bereits über eine Fläche von 72.978 Quadratmetern. 1927 wurde die Urnennischenanlage in Betrieb genommen. Untergebracht ist auf dem Friedhof auch ein Denkmal für die Opfer der Februarkämpfe 1934.
Meidlinger Friedhof: Rätsel um Vandalenakt (Bild: Schuster)
Angehörige müssen Schaden selbst bezahlen
Die schweren Grabsteine dürften ohne Werkzeuge umgestoßen worden sein, wodurch beim Aufprall auch die Grabplatten zerbarsten. "Ich glaube, zwei erwachsene Männer bringen so etwas schon zusammen", meinte Rauch.

"Ich gehe von einem Schaden aus, der pro Grab durchschnittlich bei 3.000 Euro liegt." Manche Gräber seien mehr betroffen, andere - zum Beispiel aufgelassene Ruhestätten - nur marginal. Insgesamt dürfte der Schaden laut einer ersten Schätzung etwa 300.000 Euro betragen.

Für den Schaden müssen die Angehörigen selbst aufkommen. Kein Friedhof in Wien ist derzeit gegen Vandalismus versichert.
Meidlinger Friedhof: Rätsel um Vandalenakt (Bild: ORF/Schuster)
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