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MI | 11.04.2012
Sting (Bild: ORF)
KONZERT
Sting mit Orchester in der Stadthalle
Heute Abend ist es so weit: Begleitet von einem großen Orchester wird die britische Rocklegende Sting in der Stadthalle auftreten. Abseits der Bühne pflückt Sting Oliven, trägt Streifenpullis und schimpft über Castingshows.
Sting mit Bio-Produkten (Bild: ANSA/Carlo Ferraro) Rock-Theoretiker statt Karaoke
"Was man so Kochen nennt: Es gab eine Dose Baked Beans auf Toast. Ich war nie ein guter Koch, zum Glück habe ich Leute, die das für mich übernehmen", gestand der Musiker unlängst dem Berliner "Tagesspiegel" auf die Frage, wann er das letzte Mal gekocht habe. Von Zeit zu Zeit ernte er aber Oliven, dabei fühle er sich "als Teil einer uralten Tradition".

Der Theoretiker, der komplexe Strukturen wie Zwölf-Ton-Musik oder Kontrapunkt studiert hat, hat damit auch eine sanfte Seite. Außer, wenn es um Casting-Shows geht, die er als "abgefilmtes Karaoke" abstempelt, bei denen die Juroren "kein erkennbares Talent" haben "außer dem, sich selbst zu promoten".

Freundlicher wird er wieder, wird er auf sein Konzert in Wien angesprochen: "Es ist, als würde ich in einem warmen Pool schwimmen - mit wunderbaren Strömungen unter mir, die mich tragen", so Sting über die Zusammenarbeit mit dem Royal Philharmonic Concert Orchestra unter der Leitung von Steven Mercurio.
Ein halbes Dutzend Kinder
Sting heiratete 1976 die Schauspielerin Frances Tomelty mit der er zwei Kinder hat. Anfang 1984 wurde die Ehe geschieden. Mit seiner zweiten Frau, Trudie Styler, hat der Sänger vier Kinder.
1977 wurde "The Police" geboren.
Grammygewinner im Wespenpulli
Lange vor seiner Karriere als Profimusiker arbeitete er als Bauarbeiter und spielte in seiner Freizeit mit örtlichen Jazz-Gruppen. Aus dieser Zeit stammt auch sein Spitzname "Sting": Als er einmal in einem Wespenähnlichen gelb-schwarz gestreiften Pullover auftrat, rief ein Bandkollege: "Gordon’s got a sting!" - Gordon hat einen(Wespen-)Stachel.

1977 wirkte er bei den Aufnahmen des Anti-Atom-Projektes "Radio Actors" bei dem Song "Nuclear Waste" mit. Kurz darauf wurde mit der kurzlebigen Band "Strontium 90" der Grundstein für "The Police" gelegt, die Sting, Stewart Copeland und Andy Summers in demselben Jahr gründeten.

Die Gruppe schaffte es ab 1978 mit mehreren Alben an die Spitzen der Hitparade und gewann in den frühen 1980er-Jahren sechs Grammys. Ihr letztes gemeinsames Album "Synchronicity" erschien 1983. 1986 kam es zu einem erneuten Zusammentreffen, 2007 folgte eine Welttournee.
Ehrenpreise und Platin
Im Februar 1994 gewann Sting zwei weitere Grammys und wurde für drei weitere nominiert. Das Berklee College of Music verlieh ihm im Mai 1994 den zweiten Ehrendoktor-Titel. Schließlich veröffentlichte Sting im November 1994 seine "Greatest-Hits-Sammlung Fields of Gold – The Best of Sting", die Doppel-Platin erreicht.

Auch 2002 war ein Jahr der Ehrenpreise für den Sänger: Er gewann einen Golden Globe und wurde für "Until" aus dem Film "Kate & Leopold" für den Oscar nominiert. Im Juni nahm ihn die "Songwriter's Hall of Fame" in ihre Reihen auf.
Solokarriere und Gastauftritte in Kinofilmen gehen auf Stings Rechnung.
Zu Gast bei den "Simpsons"
Auch in Filmen ist Sting zu sehen: Sein Debüt hatte er 1979 mit "Quadrophenia". Neben seiner bekanntesten Rollen als "Feyd-Rautha Harkonnen" im Film "Dune" von 1984, absolvierte er auch Gastauftritte bei den "Simpsons", "Ally McBeal" oder "Little Britain".

Inzwischen bastelte er an seiner Solokarriere als Musiker: das Album "The Dream of the Blue Turtles" machte 1985 den Anfang und wurde wegen der Verkaufszahlen mit dreifachem Platin ausgezeichnet. Seinen größten Erfolg feierte er 1994 als er gemeinsam mit Bryan Adams und Rod Stewart "All for Love" performte, das fünf Wochen an der Spitze der Hitparade lag.
Konzert-Marathon für die Umwelt
In den späten 1980er Jahren begann Stings Engagement für Umweltschutzprojekte. Mit seiner Lebensgefährtin Trudie Styler und Raoni, dem Häuptling der Kayapo-Indianer aus Brasilien, gründete er 1987 die Regenwaldstiftung "Rainforest Foundation".

Am 8. Juli 2007 trat Sting mit seinen Ex-Kollegen Andy Summers und Stewart Copeland bei dem Umwelt-Konzert, das mitunter von Al Gore initiiert wurde in New York auf und beendete nach mehr als 24 Stunden den weltweiten Konzert-Marathon "Live Earth".
Sting (Bild: ORF)
Klassik mit neuem Pepp
Seit dem 2. Juni 2010 ist Sting mit dem Royal Philharmonic Concert Orchestra auf "Symphonicity"-Welttournee, die ihn nun nach Wien führt. Wer sich aber schlicht Balladen unterlegt mit einem Streicherteppich erwartet, wird enttäuscht sein: Neuinterpretationen von "Every Breath You Take", "Englishman In New York" und "Roxanne" stehen auf dem Programm.
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