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MI | 11.04.2012
Johanna Wokalek (l.) gratuliert Martin Wuttke zum Auszeichnung in der Kategorie "Bester Schauspieler" (Bild: APA/Neubauer)
KULTUR
Nestroy-Preis für Dene und Wuttke
Bei der Nestroy-Gala im Burgtheater ist Kirsten Dene als beste Schauspielerin ausgezeichnet worden. Bester Schauspieler wurde Martin Wuttke. Der Nestroy für die beste Regie ging an den lettischen Regisseur Alvis Hermanis.
Das TV-Publikum kennt Wuttke aus dem "Tatort".
Wuttke setzte sich durch
Dene wurde für ihre Darstellung der Violet Weston in "Eine Familie" von Tracy Letts (Akademietheater) ausgezeichnet und kommentierte die ihr geltenden Standing Ovations mit "Ja, bist du deppert!". Auch Hermanis erhielt den Preis für die Produktion von "Eine Familie" im Akademietheater.

Der auch als "Tatort"-Kommissar bekannte Wuttke überzeugte als Christian in "Das Begräbnis" von Thomas Vinterberg (Burgtheater) und bei seiner Mitwirkung in "Peking Opel" von Rene Pollesch (Akademietheater). Er stach mit Klaus Maria Brandauer und Ignaz Kirchner hochkarätige Konkurrenz aus, bedankte sich für den "schönen Willkommensgruß" nach seiner ersten Wiener Saison und versprach: "So schnell werdet ihr mich hier nicht mehr los."
Oest für Nebenrolle ausgezeichnet
Der Nestroy für die beste Nebenrolle ging an Burgschauspieler Johann Adam Oest für verschiedene Rollen in "Der goldene Drache" von Roland Schimmelpfennig im Akademietheater.

Er erhielt von Regina Fritsch eine hinreißende Laudatio ("Wäre er ein Berg, wäre er der Himalaya. Wäre er Hollywood-Schauspieler, wäre er Jack Nicholson. Wäre er ein Sänger, wäre er Enrico Caruso. Wäre er ein Land, wäre er Atlantis ...") und dankte mit einer kleinen Wahlrede: "Ich bedanke mich bei meinen Wählerinnen und Wählern. Ich möchte ein Nebendarsteller für alle sein."
Paulus Manker (Bild: APA/Neubauer)
"Alma"-Erfinder Paulus Manker durfte sich 2010 über den Publikumspreis freuen.
Hartmann bedankte sich mit tiefer Verbeugung.
Spezialpreis für den Hausherren
Den Spezialpreis gewann der Hausherr der Gala Matthias Hartmann für die "öffentlichen Proben" von "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi im Burgtheater-Kasino. Er bedankte sich bei Laudatorin Sunnyi Melles mit einer tiefen Verbeugung und freute sich darüber, dass die Auszeichnungen gleichzeitig eine schöne Rückschau auf seine erste Burgtheater-Saison böten.

Die beste Ausstattung lieferte Johannes Schütz für "Das Begräbnis" von Thomas Vinterberg im Burgtheater. Michael Maertens überreichte den "Martin-Zehetgruber-Wanderpokal" - wie er den Preis ironisch nach dem fünfmaligen Nestroy-Gewinner dieser Kategorie nannte.

Schütz versprach, "dass ich nicht jedes Jahr fünf Bühnenbilder machen werde", um der Nestroy-Jury die Auswahl leichter zu machen als heuer, wo tatsächlich fünf "Schütz-Räume" (Maertens) zur Auswahl standen.
Hartmann (Bild: APA/Neubauer)
Spezialpreis für Hartmann
Publikumspreis für Manker
Der Publikumspreis ging an Paulus Manker, was nicht nur den Ausgezeichneten überraschte. "Sie werden mich nicht sprachlos sehen. Aber es ist knapp dran", sagte Manker, der auch einen Seitenhieb auf die abwesende Kulturministerin Claudia Schmied lancierte. Dieser Abend müsse dazu führen, dass der Fortbestand ihres Serapionstheaters gesichert werde.

Bester Nachwuchs wurde Sarah Viktoria Frick mit verschiedenen Rollen in "Adam Geist" von Dea Loher im Akademietheater, womit das Burgtheater alles abräumte, was es an diesem Abend zu holen gab. Die junge Schauspielerin hatte erst vor wenigen Tagen in der Premiere von Brechts "Heilige Johanna der Schlachthöfe" als energische Heilsarmee-Soldatin Johanna brilliert.

Zur besten deutschsprachigen Aufführung wählte die Jury "Volpone" von Ben Jonson in der Regie von Werner Düggelin (Schauspielhaus Zürich).
Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits wurden für ihr Lebenswerk geehrt.
Burgtheater am häufigsten ausgezeichnet
In drei Kategorien standen die Preisträger bereits vor der Gala fest. Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits wurden für ihr Lebenswerk geehrt, Kathrin Röggla gewann den Autorenpreis und Regisseurin Sabine Mitterecker wurde für die beste Off-Produktion ausgezeichnet.

Die Nestroy-Gala fand heuer erstmals im Burgtheater statt. Der Preis wurde im Jahr 2000 erstmals vergeben, seit damals wurden 112 Nestroys verliehen. Das Burgtheater konnte den Großteil der Preise gewinnen.

Den musikalischen Rahmen der Gala lieferten Burgtheater-Schauspieler Tilo Nest (derzeit als Pierpont Mauler in "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" von Bert Brecht an der Burg zu sehen), Schauspieler Hanno Friedrich und Pianist Alexander Paeffgen mit Auszügen aus ihrem Programm "Abba jetzt!".
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