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MI | 11.04.2012
Paulus Manker (Bild: EFE/Alberto Morante)
JUSTIZ
Paulus Manker beschimpft: Geldstrafe
Ein Kurzzeit-Mitarbeiter von Paulus Manker ist zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Euro verurteilt worden, weil er ihn im Internet beleidigt hatte. Er nannte den Theatermacher unter anderem einen "Unmenschen".
Auf Facebook Manker als "miesen Typ" und
"Unmensch" bezeichnet.
"Rundumschlag" nicht akzeptiert
Der 32-jährige Facebook-User hatte im vergangenen Jänner im virtuellen sozialen Netzwerk ein Posting hinterlassen, in dem er den Theatermacher als "miesen Typ" und "Unmensch" titulierte und sich über dessen "körperliche Unappetitlichkeiten" ausließ.

Manker ging dagegen mit einer Privatanklage vor, "weil jedes Wort eine Beleidigung meiner Person ist. Das ist ein Rundumschlag, der nicht hinzunehmen ist", wie er beim Prozessauftakt Anfang September darlegte.
Ein Engagement und seine Konsequenzen
Der 32-Jährige war im Sommer 2008 eingesprungen, als kurz vor der Premiere des von Manker inszenierten Polydramas "Alma" im ehemaligen Post- und Telegrafenamt am Börseplatz der Produktion der Tontechniker abhandenkam.

Der Nachrichtentechniker wurde aber nach wenigen Tagen nicht weiter beschäftigt, weil - so Mankers Darstellung - man einen besser qualifizierten Ersatz gefunden hätte. Honorar bekam der 32-Jährige keines, da er laut Manker keine Vorstellung eigenständig abgewickelt haben soll und nur für diesen Fall eine Bezahlung vorgesehen gewesen sei.

Der 32-Jährige fühlte sich von Paulus Manker unfair behandelt. Dieser soll ihm nicht nur das ihm zustehende Geld schuldig geblieben sein, sondern ihn darüber hinaus als "Volltrottel" beschimpft haben. Als der Mann auf Facebook eine Gruppe entdeckte, die sich "Ich scheiß auf Paulus Manker" nannte, trat er dieser bei und ließ dort Dampf ab.
Mit anderen Mitgliedern der Facebook-Gruppe außergerichtlich geeinigt.
Aussagen auch noch ein Jahr später
Für das Gericht war damit der Tatbestand der Beleidigung verwirklicht, zumal die Äußerungen fast ein Jahr nach den vom Beklagten behaupteten und Manker zugeschriebenen Vorgängen abgegeben wurden: "Da muss der Ärger schon abgeflaut sein."

Mankers Anwalt leitete auch gegen sämtliche Personen der Facebook-Gruppe- insgesamt 15 Mitglieder - gerichtliche Schritte ein, in denen er auch Entschädigungsansprüche geltend machte. Bis auf den 32-Jährigen gaben alle klein bei, entschuldigten sich bei dem Künstler und widerriefen ihre Behauptungen, womit sie weiterer straf-und zivilrechtlicher Verfolgung entgingen.
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