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MI | 11.04.2012
Franz Welser-Möst (Bild: Cleveland Orchestra)
MUSIK
Neujahrskonzert "wie der Nobelpreis"
"Wie der Nobelpreis" - so beschreibt Franz Welser-Möst das Neujahrskonzert, das er am 1. Jänner erstmals dirigieren wird. Rekorde hat der Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper beim Neujahrskonzert aber nicht im Visier.
Willi Boskovsky dirigierte zwischen 1955 und 1979.
14 Dirigenten vor Welser-Möst
"Es ist eine Freude, dann eine Ehre und dann eine Bürde. Der Druck, der dort herrscht, ist natürlich groß. Dass es eine Ehre ist, ist auch keine Frage - es gab schließlich nur 14 Dirigenten vor mir. Das ist ein bisschen wie der Nobelpreis." So beschreibt Franz Welser-Möst in einem APA-Interview die Herausforderung Neujahrskonzert.

Fünf Proben werden für das Konzert abgehalten. Das Neujahrskonzert sei nicht das Oktoberfest, meint Welser-Möst: "Diese Musik soll ja so leicht und mühelos klingen. Das ist eins vom Schwersten. Da gibt es auf so kleinem Raum permanente Änderungen - und das leicht rüberzubringen, das ist eine große Kunst."

Der bisherige Rekordhalter beim Neujahrskonzert ist Willi Boskovsky, der zwischen 1955 und 1979 durchgängig dirigierte. Über einen neuen Rekord denkt Welser-Möst aber nicht nach: "Ich will Freude haben daran, ich will das genießen. Das ist vielleicht die beste Voraussetzung dafür, dass auch die anderen Freude haben."
Die Dirigenten der Neujahrskonzerte:
Clemens Krauss 1939, 1941-1945, 1948-1954
Josef Krips 1946, 1947
Willi Boskovsky 1955-1979
Lorin Maazel 1980-1986, 1994, 1996, 1999, 2005
Herbert von Karajan 1987
Claudio Abbado 1988, 1991
Carlos Kleiber 1989, 1992
Zubin Mehta 1990, 1995, 1998, 2007
Riccardo Muti 1993, 1997, 2000, 2004
Nikolaus Harnoncourt 2001, 2003
Seiji Ozawa 2002
Mariss Jansons 2006
Georges Pretre 2008, 2010
Daniel Barenboim 2009
Franz Welser-Möst 2011
Werke von Strauß, Liszt und Lanner
Franz Welser-Möst stellt bei seinem ersten Neujahrskonzert die Werke von Johann Strauß in den Mittelpunkt. Zum Auftakt wird am 1. Jänner 2011 um 11.15 Uhr der "Reiter-Marsch" gespielt.

Als weitere Strauß-Klassiker programmiert sind überdies "Donauweibchen", "Abschieds-Rufe" oder die "Debut-Quadrille". Zu Beginn des Jubiläumsjahres 2011 erweist man überdies Franz Liszt mit dessen "Mephisto-Walzer I" die Reverenz.

Ebenfalls erklingen werden Josef Lanners Walzer "Die Schönbrunner", der Zigeunertanz aus "Die Perle von Iberien" von Joseph Hellmesberger sowie der "Cachucha-Galopp" von Johann Strauß Vater. Als regulärer Abschluss ist "Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust" von Josef Strauß programmiert, wobei auf die klassischen Zugaben spekuliert werden kann.
Neujahrskonzert (Bild: ORF)
Schwerpunkt in Fernsehen und Radio
Im ORF-Fernsehen wird der musikalische Neujahrstag ab 9.35 Uhr mit "Neujahrsgrüßen im Walzerschritt" eröffnet. Es folgt ein Porträt des Neujahrskonzertdirigenten Franz Welser-Möst um 9.55 Uhr sowie der Auftakt um 10.40 Uhr.

Mit 11.15 Uhr beginnt dann die Liveübertragung aus dem Goldenen Musikvereinssaal. In der Pause ist die Dokumentation "Die Wiener Philharmoniker on tour" zu sehen.

Ö1 überträgt das Konzert ebenfalls live und hat in der Pause Welser-Möst im "Künstlerzimmer" zu Gast. Das Neujahrskonzert 2010 war von 74 Fernsehstationen in 71 Ländern ausgestrahlt worden, die Gesamtzuschauerzahl lag bei mehr als 45 Millionen.
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