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MI | 11.04.2012
Omar Al-Rawi
Omar Al-Rawi
"Keine radikalen Moslems in Wien"
In Europa läuft nach den Terroranschlägen britischer Moslems eine politische Debatte, wie man mit den Muslimen umgehen soll. In Wien ist der Anteil radikaler Moslems verschwindend gering.
Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Wien, Omar Al-Rawi.
Bezirke mit den meisten Muslimen
Von den 140.000 Moslems in Wien sind nur die wenigsten wohlhabend. Das zeigt schon der Moslemanteil in den Bezirken.

Den höchsten muslimischen Bevölkerungsanteil gibt es in den Wiener Gemeindebezirken Rudolfsheim-Fünfhaus, Brigittenau und Ottakring. In Hietzing geht der Moslemanteil dagegen gegen Null.

Omar Al-Rawi von der Initiative Österreichischer Muslime führt es auf die relative soziale Sicherheit in Wien zurück, dass es hier praktisch keine extremistischen Moslems gibt: "Wien hat hohe soziale Standards und eine lösbare Wohnsituation." Nährboden für Extremismus seien schlechte Bildung und soziale Armut.
Zwei Modelle zur Integration gescheitert
"Es gibt zwei Integrationsmodelle europaweit, die wirklich gescheitert sind. Das eine ist das Französisch-Deutsche, wo man auf Assimilation gesetzt hat.

Das zweite Modell ist das Britisch-Niederländische, wo man totale Liberalität hat, aber sich sonst nicht gekümmert hat. Und in Österreich gehen wir den Weg in der Mitte", so Al-Rawi.
Nur 66 Prozent mit Pflichtschulabschluss
Jedes siebente Kind in Wien ist muslimischen Glaubens. Bildung und sozialer Aufstieg sind das beste Mittel gegen eine Radikalisierung, und hier ist noch viel zu tun. Nur 66 Prozent der Wiener Muslime besitzen einen Pflichtschulabschluss.

15 Prozent der Wiener Moslems sind Maturanten, ebenso viele haben eine Lehre abgeschlossen.

Die Zahl der Moslems in Wien wird übrigens immer größer, allein in den letzten drei Jahren sind 25.000 zugewandert.
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