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MI | 11.04.2012
Cafe Hawelka (Bild: www.hawelka.com)
CHRONIK
Denkmalschutz für Cafe Hawelka noch heuer?
Noch in diesem Jahr könnte eine Entscheidung über den Denkmalschutz für das Cafe Hawelka in der Innenstadt fallen. Damit könnte in dem traditionsreichen Kaffeehaus trotz des Tabakgesetzes wieder geraucht werden.
Nur das Lokal würde den Schutzstatus erhalten.
Bisher vier Cafes unter Denkmalschutz
Der Antrag liegt beim Bundesdenkmalamt, die Entscheidung muss Präsidentin Barbara Neubauer fällen. Bisher stehen mit den Cafes Sperl, Prückel, Ritter und Landtmann vier Wiener Kaffeehäuser unter Denkmalschutz.

Wie bei diesen Gastronomiestätten würde auch im Fall Hawelka nicht das gesamte Haus, sondern nur das Lokal den Schutzstatus erhalten. Laut Bundesdenkmalamt liege kein architektonisches, sondern ein kulturhistorisches Denkmal vor, in dem eine Reihe von bekannten Künstlern ihren Stammplatz hatten.
Raumtrennung für Raucher abgelehnt
Der ehemalige Künstlertreff und nunmehrige Touristenhotspot unweit des Grabens misst knapp 90 Quadratmeter. Damit müssten die
Hawelkas eine Raumtrennung einführen, wollten sie ihren Gästen weiterhin in einem Teil des Cafes das Rauchen erlauben.

Eine derartige Baumaßnahme hatten die Betreiber aufgrund der Optik und Atmosphäre wiederholt abgelehnt. Ähnlich sieht das auch das Denkmalamt: "Durch eine Raumtrennung verliert das Cafe seinen Charakter."

Eine Reihe von Wiener Cafetiers hatte infolge der neuen Raucherregelung Umsatzeinbußen befürchtet. Hielt sich das Ausbleiben der rauchenden Kundschaft dank der Schanigärten in den Sommermonaten noch in Grenzen, verschärfte sich die Situation für einige Wirte
spätestens mit dem Sinken der Temperaturen zunehmend.
Cafe Hawelka (Bild: APA/Robert Jaeger)
Bisher 972 Strafen wegen Rauchergesetz
Deshalb haben sich einige Kaffeehausbetreiber aus Kosten- oder ästhetischen Gründen offenbar entschlossen, keine Trennwand einzuziehen und die Regelung zu ignorieren oder zumindest hin und wieder ein Auge zuzudrücken.

In Wien sind in Sachen Rauchergesetz seit Auslaufen der Übergangsfrist bereits rund 1.000 Anzeigen eingelangt. Inklusive November waren es genau 972, für Dezember liegen noch keine Zahlen vor.

Bisher wurden bereits Pönalen von bis zu 3.000 Euro je Verstoß verrechnet. Der Strafrahmen kann im Wiederholungsfall auf bis zu
10.000 Euro ausgedehnt werden. Von den Anzeigen betroffen sind vor allem Lokale in der Innenstadt sowie in den Bezirken vier bis acht.
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