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MI | 11.04.2012
Welser-Möst be Neujahrskonzert (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER)
KULTUR
Neujahrskonzert mit stehenden Ovationen
Erstmals in seiner Karriere ist Franz Welser-Möst am Dirigentenpult beim Neujahrskonzert der Philharmoniker gestanden. Die Hommagen an Ungarn, Spanien und Franz Liszt sorgten für stehende Ovationen.
Premiere als Dirigent beim Neujahrskonzert für Welser-Möst.
Welser-Möst: "Bin kein Zirkuspferd"
Walzer zum Nachdenken und Polka zum Besinnen statt orgiastischen Freudentaumel gab es dieses Jahr beim Neujahrskonzert. "Ich neige nicht dazu, ein großes Zirkuspferd zu sein", hatte Welser-Möst bereits vor dem Ereignis sein Publikum gewarnt.

Welser-Möst stellte bei seinem ersten Neujahrskonzert die Werke von Johann Strauß in den Mittelpunkt. Als Strauß-Klassiker programmiert waren "Donauweibchen", "Abschieds-Rufe" oder die "Debut-Quadrille". Zu Beginn des Jubiläumsjahres 2011 erwies man überdies Franz Liszt mit dessen "Mephisto-Walzer I" die Reverenz.

Gruß an Ungarn und Spanien
Im zweiten Teil folgte die Serie der bei diesem Ereignis üblichen Huldigungen: Ungarn, das mit demselben Tag den EU-Vorsitz übernahm, wurde der Csardas aus der Komischen Oper "Ritter Pasman" von Strauß Sohn gewidmet.

Wenig später folgte ein Ausflug auf die iberische Halbinsel mit dem "Spanischen Marsch" von Strauß Sohn, dem "Zigeunertanz" von Joseph Hellmesberger und dem "Cachucha-Galopp" von Strauß Vater.
Welser-Möst be Neujahrskonzert (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER) Grünes Licht für die Polka
Der Walzer-Schlager "Mein Lebenslauf ist Lieb' und Lust" von Joseph Strauß beendete den regulären Teil des Konzerts. Und beim Zugabenteil kam das Zirkuspferd dann doch noch angetrabt.

Mit einer Signalkelle gab Welser-Möst grünes Licht für die Polka "Ohne Aufenthalt" von Eduard Strauß, die zuvor Horn und Glocke eingeläutet hatten.

Zum Ende kam die traditionsgemäße Einladung des Dirigenten an das Publikum beim "Radetzky-Marsch", sich ebenso taktvoll zu verhalten, zur rechten Zeit. Unter den Beifallspendern befanden sich unter anderem Bundespräsident Heinz Fischer und sein Gast, der Emir von Katar, Scheich Hamad Bin Khalifa al-Thani sowie dessen Frau Mozah Bint Nasser al-Missned.
Programm des Neujahrskonzerts 1.1.2011
Johann Strauß: Reiter-Marsch, op. 428
Johann Strauß: Donauweibchen. Walzer, op. 427
Johann Strauß: Amazonen-Polka, op. 9
Johann Strauß: Debut-Quadrille, op. 2
Josef Lanner: Die Schönbrunner. Walzer, op. 200
Johann Strauß: Muthig voran! Polka schnell, op. 432

Pause

Johann Strauß: Csardas aus "Ritter Pasman"
Johann Strauß: Abschieds-Rufe. Walzer, op. 179
Johann Strauß Vater: Furioso-Galopp nach Liszt's Motiven, op. 114
Franz Liszt: Mephisto-Walzer I
Josef Strauß: Aus der Ferne. Polka mazur, op. 270
Johann Strauß: Spanischer Marsch, op. 433
Joseph Hellmesberger: Zigeunertanz aus "Die Perle von Iberien"
Johann Strauß Vater: Cachucha-Galopp, op. 97
Josef Strauß: Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust. Walzer, op. 263
Wiener Philharmoniker im Wiener Musikverein (Bild: APA/Andreas Pessenlehner)
Elevinnen beim Neujahrskonzert (Bild: ORF/Günther Pichlkostner) Elegante Eleven beim Neujahrskonzert
Etwas Besonderes hatte sich Bühnen- und Kostümdesigner Johan Engels für die Kostüme der Eleven der Ballettschule der Wiener Staatsoper einfallen lassen. Sie gaben beim Neujahrskonzert ihr Fernsehdebüt und haben live während des "Donauwalzers" getanzt.

"Für den Donauwalzer tragen die jungen Mädchen dieses Jahr Kostüme wie Debütantinnen in Gold und Weiß. Sie tragen keine ausladenden Formen und wirken dadurch sehr frisch", so Engels.
Eleven beim Neujahrskonzert (Bild: ORF/Günther Pichlkostner)
Maria Yakovleva , Michail Sosnovschi (Bild: ORF/Ali Schafler) Strauß-Walzer in Traumkulisse
Für die Balletteinspielungen beim Neujahrskonzert wurde erstmals in der zauberhaften Kulisse von Schloss Laudon in Wien-Penzing getanzt. Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts wie Mihail Sosnovschi, Irina Tsymbal, Natalie Kusch und Davide Dato tanzen zur Musik von Josef Strauß den Walzer "Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust".

Als zweite Kulisse diente dem Ballett die Wiener Staatsoper. Hier wird die Polka "Aus der Ferne" von Josef Strauß getanzt. Als Solisten zu sehen waren die Russin Maria Yakovleva und der albanische Tänzer Eno Peci.

Als Choreograph debütierte Jean-Guillaume Bart, Danseur Etoile der Pariser Oper: "Für mich ist es, als ob ein Traum wahr wird. Schon als Kind habe ich immer das Neujahrskonzert gesehen und auch später als professioneller Tänzer."
Maria Yakovleva , Michail Sosnovschi, Davide Dato, Natalie Kusch, Eno Peci , Irina Tsymbal (Bild: ORF/Ali Schafler)
CD-Produktion in Rekordtempo
Schon wenige Tage nach dem Konzert wird das laut Wiener Philharmoniker "in seiner internationalen Reichweite größte klassische Musikereignis der Welt" auf CD zu hören sein. Laut Homepage der Wiener Philharmoniker erscheint die CD-Aufnahme des Konzerts bereits am 7. Jänner, die DVD folgt am 14. Jänner.
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