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MI | 11.04.2012
Cafetier Leopold Hawelka (Bild: APA/Hans Klaus Techt)
KOMMUNALES
Kein Denkmalschutz für Cafe Hawelka
Das legendäre Cafe Hawelka in der Innenstadt wird nicht unter Denkmalschutz gestellt. Das teilte Landeskonservator Friedrich Dahm vom Denkmalamt am Mittwochabend mit. Damit darf im Traditionscafe weiter nicht geraucht werden.
Denkmalamt entschied gegen eine Unterschutzstellung.
"Kulturhistorische Bedeutung" nicht sichtbar
Der Entscheidung sei eine lange Diskussion vorangegangen. Bis zuletzt habe man debattiert, versicherte Dahm. "Die kulturhistorische Bedeutung des Cafes ist unbestritten", so der Landeskonservator.

Allerdings sei diese Bedeutung im Kaffeehaus nicht "dinghaft manifest" - also etwa in Form von wertvollen Originalmöbeln oder innenarchitektonischer Besonderheiten erkennbar.

Deshalb entschied sich das Bundesdenkmalamt (BDA) letztendlich gegen eine Unterschutzstellung. Dahm betonte, dass die Entscheidung auf der Grundlage eingehender Recherchen erfolgt sei. Die Kriterien für den Erhalt des Denkmalstatus lägen generell sehr hoch, gab er zu bedenken.
Cafe Hawelka (Bild: APA/Robert Jaeger)
Künstlertreff und Buchtelhochburg
Das Cafe Hawelka gehört mit Sicherheit zu den bekanntesten Gastroinstitutionen weit über die Grenzen Wiens hinaus.

Bekanntgeworden ist das gut 70 Jahre alte Kaffeehaus in den 1960er und 1970er Jahren als Treffpunkt angesagter Künstlerpersönlichkeiten.

Mittlerweile laben sich weniger Vertreter der heimischen Avantgarde, sondern vielmehr Touristen an den legendären Buchteln in der Dorotheergasse 6.
In Wien derzeit nur vier Kaffeehäuser unter Denkmalschutz.
Rauchverbot im Hawelka bleibt aufrecht
Die Familie Hawelka hatte bereits im Sommer einen Antrag auf Denkmalschutz gestellt. Hintergrund war das Ende der Übergangsfrist bezüglich der Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereichen in Lokalen.

Mit einem Denkmalstatus wäre es dann möglich gewesen, trotz Tabakgesetzes den Gästen das Rauchen zu erlauben, da aus Denkmalschutzgründen eine Raumtrennung nicht mehr erlaubt gewesen wäre.

In Wien sind derzeit nur vier Kaffeehäuser unter Denkmalschutz gestellt. Neben dem Cafe Prückel und Sperl sind dies das Cafe Ritter in der Mariahilfer Straße und das Landtmann.
Lokalchef Hawelka "enttäuscht"
Wenig erfreut über die Mitteilung des Bundesdenkmalamts zeigte sich die Familie Hawelka. "Das ist eine Schocknachricht. Ich bin sehr enttäuscht und traurig", so Kogeschäftsführer Michael Hawelka im APA-Gespräch. Man habe nach so vielen Gesprächen nicht mit einer negativen Entscheidung gerechnet, sagte der Enkel von Kaffeehausgründer Leopold Hawelka. Nun müsse man leider ein Nichtraucherlokal bleiben.

Da Rauchen nun definitiv nicht mehr möglich ist, wird überlegt, für die Raucher einen Wintergarten zu errichten, so Hawelka.
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