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MI | 11.04.2012
Phantasten Museum (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER)
KULTUR
Museum für Phantasten eröffnet
Wiens Museumslandschaft bekommt Zuwachs: Seit Samstag hat das "Phantasten Museum" seine Türen geöffnet und zeigt auf zwei Ebenen eine Dauer- sowie mehrere Sonderausstellungen des Phantastischen Realismus.
Phantasten Museum (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER)
Platz im Palais Palffy für Phantastischen Realismus.
150 Arbeiten in Dauerausstellung
Im Palais Palffy auf dem Josefsplatz in der Innenstadt wird auf einer Fläche von rund 550 Quadratmetern den heimischen und internationalen Vertretern des Phantastischen Realismus Platz gemacht.

Die gleichnamige Dauerausstellung präsentiert 150 Arbeiten von 120 Künstlern und wird im Februar erstmals durch eine Sonderausstellung ergänzt.
Erfüllung eines Lebenstraumes
Die Idee dazu sei zufällig entstanden und geht zurück auf einen Plan des Kunstsammlers Gerhard Habarta aus dem Jahr 2000, so Palais-Geschäftsführer Erich Peischl. Dieser plante damals den Kulturpark "Paradiso" in der Nähe der Ernst Fuchs Villa in Wien.

Doch das Projekt scheiterte. Dennoch veröffentlichte Habarta im Jahr 2009 das "Lexikon der phantastischen Künstler", welches eine wesentliche Grundlage für das jetzt entstandene Museum darstellt.

"Wir haben Glück, das nun zu konzeptionieren und die Arbeiten zur Verfügung gestellt zu bekommen", so Peischl. Für Habarta sei mit dem Museum quasi ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen.
Phantasten Museum (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER)
Das Objekt "Ikarus oder Drugpilot" von Kurt Stenvert (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER) Keine Subventionen
Das neue Museum arbeitet ohne Förderung und wird damit zur Gänze aus privater Tasche finanziert. Dieses Vorgehen ermögliche, so Peischl, ein flexibleres Vorgehen, "sonst hätte das Projekt wahrscheinlich fünf Jahre bis zur Realisierung gebraucht." So habe man etwa ein Jahr an der Entwicklung gearbeitet.

Mit der thematischen Ausrichtung sei man nicht nur in Wien, sondern weltweit das erste Museum dieser Art. "Unser Vorteil ist, dass die anderen Museen diese Richtung eigentlich nicht zeigen", erklärte Peischl.
Fuchs zieht sich wie ein roter Faden durch die Schau.
Fuchs prominent vertreten
Der Rundgang durch die Schau beginnt bei den Ursprüngen der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, die nach dem Zweiten Weltkrieg rund um die Protagonisten Brauer, Lehmden, Hutter, Hausner und Ernst Fuchs entstanden ist.

Letzterer zieht sich zudem beinahe wie ein roter Faden durch zahlreiche Abschnitte der Schau. Der Künstler, der im dritten Stock des Palais Palffy auch ein Atelier hat, fertigte speziell für das Museum das Werk "Jesus von Pilatus" an.

Fuchs begegnet man aber auch in dem Bereich, der sich dem "Pintorarium", einer Gruppe, die der Künstler gemeinsam mit Friedensreich Hundertwasser und Arnulf Rainer gegründet hat, widmet. Hier dominieren Plakate und Fotos derer Körperbemalungsaktionen. Ebenfalls vertreten sind die heimischen Künstler Maria Lassnig oder Arik Brauer.
Das Gemälde "Jesus vor Pilatus" von Ernst Fuchs im neue "Phantasten Museum Wien" (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER)
Heimische Vertreter und internationale Künstler.
Eine Schau dem Fragezeichen
Neben heimischen Vertretern und Klassikern des Phantastischen werden auch aktuelle und internationale Künstler und Strömungen präsentiert.

So finden sich im letzten Abschnitt der Schau unter anderem Arbeiten der Britin Brigid Marlin oder des russischen Künstlers Victor Safonkin. Ebenfalls vertreten ist die deutsche Gruppe "Die neuen Meister" rund um Siegfried Zademack.

Die erste Sonderausstellung im Februar wird in der Galerie im ersten Stock aus Arbeiten von 30 französischen Künstlern bestehen, die sich inhaltlich mit dem Fragezeichen auseinandersetzen.
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