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MI | 11.04.2012
Rotwein
LIFESTYLE
Wiener erfindet Beschallung für den Wein
Mit Musik von Mozart, Haydn und Vivaldi soll der Geschmack von Wein noch besser werden. Ein Wiener Gastronom hat ein spezielles Beschallungsverfahren für edle Tropfen entwickelt.
Lautsprecher im Fass bringt den Wein zum Schwingen.
Schallwellen als sanfter Mixer
Beim Projekt "Sonor Wines" lässt der Hornist Markus Bachmann nicht den Weinkeller oder das Fass von außen mit Musik berieseln, sondern platziert den Lautsprecher quasi mitten im Wein - am Boden des Tanks.

Die von dort ausgesandten Schallwellen fungieren als sanfter Mixer, der vor allem die Hefe zu begeistern scheint. Diese bekomme fremde Energie zugeführt und bilde dadurch keine Methylalkohole, sondern Glyzerine aus, die für den Geschmack des edlen Tropfens entscheidend sein sollen. Selbst heimische Spitzenwinzer zeigen sich begeistert.
Wein wird angeblich auch bekömmlicher.
Hefe wird durch Rhythmen angeregt
Mit Esoterik habe das alles jedenfalls überhaupt nichts zu tun, so Bachmann, der sein Verfahren schon patentieren hat lassen. Die Musik sei wie "gutes Futter" für die Hefe, die Rhythmen würden sie unterschiedlich anregen.

Das Resultat: Weniger Zucker, mehr Geschmack, bessere Bekömmlichkeit. Ohne Schallwellen würde reifender Wein oft Hefedepots bilden und deshalb "blubbern". Mit Schall sei alles ruhig und gut verteilt, es herrsche eine selten gekannte Harmonie im Fass.
Keine Erfahrung mit Heavy Metal oder Rock
Aber auch auf "fertige" Weine hat dieses biochemische Verfahren laut Bachmann Auswirkung. Totgeglaubte" Hefe sei plötzlich wieder zum Leben erweckt worden, es habe eine zweite Gärung stattgefunden, die Qualität habe sich noch einmal verbessert.

Bisher wurden die erlesenen Weine mit Klassik beschallt. Was etwa die atonale Zwölftonmusik oder gar Heavy Metal anrichten würde, sei bisher nicht erforscht. Es könne sogar sein, dass es völlig egal ist, ob Beethoven oder Beatles die Hefe durcheinanderwirbeln.
Winzer spricht von "Meilenstein für den österreichischen Wein".
Nur mit teuren Tropfen angewandt
Für den burgenländischen Bio-Winzer Rolf Pretterebner steht jetzt schon fest: "Das ganze ist ein Meilenstein für den österreichischen Wein. Ich glaube, wir haben noch keine Vorstellung, was das für Auswirkungen haben wird."

Allzu günstig ist so ein Flascherl mit beschalltem Wein zwar nicht (19 bis 25 Euro), aber Bachmann wollte absichtlich mit teuren Tropfen arbeiten, um nicht in den Verdacht zu geraten, Billigweine zu "tunen".

Für innovative Winzer könnten also bald neue Zeiten anbrechen. Denn für einen Speziallautsprecher sei lediglich eine Kaution zu hinterlegen. Wer so ein Gerät erhält, werde aber vom "Sonor Wines"-Team zuvor streng geprüft.
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