Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Braut (Bild: Fotolia/pollynette)
LIFESTYLE
Wedding-Planner im Vormarsch
Wedding-Planner liegen bei der Planung von Hochzeiten voll im Trend. Doch Profis waren bisher Mangelware. Das WIFI bietet nun eine eigene Berufsausbildung an.
Wenn das Brautpaar keine Zeit hat.
Schluss mit Jennifer-Lopez-Klischee
Spätestens seit dem Film "The Wedding Planner" mit Jennifer Lopez aus dem Jahr 2001, ist der Beruf des Hochzeitplaners kein unbekannter mehr. Doch trotz der faszinierenden Bilder von strahlenden Brautleuten, Catering und romantischen Schlössern, scheint in der Realität nicht alles so rosig zu sein.

In Österreich treibt Angela Lindner, selbst Hochzeitsplanerin und Inhaberin der Agentur "Wedding Angel - die hochzeitsagentur", die Professionalisierung ihres Berufsstandes seit 2008 voran. Dabei möchte sie "mit dem Jennifer-Lopez-Klischee aufräumen", so Lindner im Gespräch mit wien.ORF.at.

"Dieser Beruf bietet mehr als das Zupfen von Rosen und Herumtelefonieren", so Lindner. "Es geht um Organisation, Planung, das Prüfen von Verträgen, Preisverhandlungen und Krisenmanagement, sodass es schlussendlich zu einer win-win-Situation für Brautleute und Zulieferer kommt."
Professionalisierung des Berufs "Hochzeitsplaner".
Hochzeit ist ihr Job
Derzeit gibt es in Österreich rund 60 Wedding-Planner, davon etwa die Hälfte in Wien. Nun wurde erstmals ein Berufsbild für die junge Branche erstellt. Ziel sei es, die Professionalisierung des Berufs voranzutreiben.

"Wenn man selber geheiratet hat, heißt das nicht, dass man die Hochzeit für Dritte organisieren kann", unterstrich Klaus-Christian Vögl, Geschäftsführer der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe in der Wiener Wirtschaftskammer. Vielmehr bedürfe es einer Ausbildung.

Dabei gibt es bisher in Österreich professionell ausgebildete und mit einem Zertifikat versehene Wedding-Planner nur nach der Ausbildung am WIFI Wien. Der zehnwöchige Kurs hat seit 2009 bisher dreimal stattgefunden und war stets ausgebucht.
Würden Sie einen Wedding-Planner engagieren?
20.1 % Ja, das spart Zeit und Nerven.
38.98 % Wenn es das Budget erlaubt.
40.92 % Nein, das wäre mir zu unpersönlich.
Schattenseiten der Trendwelle
Leider gebe es aber "Вauchladen-Unternehmen, die versuchen mittels Preisdumping kurzfristig auf der Trendwelle mit zu schwimmen und so viele Aufträge wie nur möglich zu lukrieren, ohne sich an die Gewerberichtlinien zu halten", erklärte Lindner.

Diese Unternehmen, handeln nach der Devise "alles aus einer Hand und unter eigenem Namen" - von der Torte bis zur Dekoration, erklärte Vögl. Tatsächlich dürfen Hochzeitsplaner aber aus rechtlichen Gründen solche Leistungen gar nicht erbringen: Die Hochzeitstorte gehört vom Konditor gebacken, der Brautstrauß vom Floristen gebunden.
Kostenfaktor Hochzeit
Im Durchschnitt geben die Österreicher zwischen 10.000 und 20.000 Euro für ihre Hochzeit aus. Incoming Brautpaare - ausländische Gäste, die Österreich als Zieldestination für Ihren Großen Tag wählen - lassen sich die Hochzeit mehr kosten.

Die Zahl der Eheschließungen in Wien lang, laut Statistik Austria, 2009 bei 7.715, jene der Scheidungen bei 5.110.
Theorie und Praxis für "den schönsten Tag im Leben".
Netzwerk an Tortenbäckern
Ziel der Ausbildung ist es daher, neben der Vermittlung des theoretischen Hintergrunds auch einen Einblick in die Praxis zu schaffen. "Die Teilnehmer bauen sich bereits während des Kurses ein reales Netzwerk an Lieferanten, Caterern, Floristen, Tortenbäckern und Druckern auf", so Lindner.

Der Lehrgang hat seit 2009 dreimal stattgefunden, umfasst 72 Lehreinheiten und kostet 850 Euro. Bisher wurde er von 41 Personen besucht, die sich nun "ausgebildete Wedding-Planner" nennen dürfen. Rund die Hälfte der Teilnehmer machte die Ausbildung um sich beruflich neu zu orientieren.

Generell gibt es drei Teilnahmevoraussetzungen: Das Mindestalter von 21 Jahren, eine abgeschlossene Schulausbildung sowie Kenntnisse im Projektmanagement.
Krisen managen ohne Panik.
"Brotberuf" mit Abwechslung
Nach der fertigen Ausbildung gilt die Gründungsphase für einen Wedding-Planner als äußert schwierig, weshalb viele ihren "Brotberuf" nicht gleich aufgeben, sondern versuchen sich nebenbei als Wedding-Planner zu etablieren, meinte Lindner.

"Ich würde aber jedem raten, auf Spezialisten zurückzugreifen", so Lindner. "Wenn ein Absatz bricht, das Kleid beim Aussteigen aus dem Auto reißt oder der Brautstrauß fehlt, weiß ein Professionalist, was zu tun ist, ohne gleich in Panik auszubrechen", meinte Lindner. "Das Wichtigste ist aber eine Portion Kreativität."

"Neben dem Vergnügen für die Brautleute, bietet dieser Beruf auch für den Hochzeitsplaner immense Abwechslung", meinte Lindner: "Man macht nie das Gleiche und das ist sehr erfüllend."
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