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MI | 11.04.2012
Demo anlässlich des Frauentages (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER)
CHRONIK
Tausende bei Frauenrechts-Demo in Wien
20.000 Teilnehmerinnen wie beim ersten Frauen-Marsch in Wien 1911 sind es nicht gewesen, aber rund 5.000 haben am Samstag in der City für Frauenrechte demonstriert. Man wollte ein Zeichen gegen Ungleichbehandlung setzen.
APA/HERBERT NEUBAUER Kampf ist noch nicht zu Ende
"100 Jahre Frauentag, 100 Jahre Kampf, 100 Jahre kleinere und größere Schritte für uns Frauen. Aber dieser Weg ist noch nicht zu Ende", erklärte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Die Ministerin versicherte, sich vor allem für jene Frauen einsetzen zu wollen, "die es sich nicht aussuchen können".

Ihr gehe es um Alleinerzieherinnen, Migrantinnen und "besonders" um jene, die für gleiche Arbeit nicht den gleichen Lohn bekommen. Auch kündigte sie an, beim Gespräch kommende Woche über die Neuregelung der Obsorge die Frauen- und Kinderrechte in den Vordergrund zu stellen.
APA/HERBERT NEUBAUER
Vom Schwarzenbergplatz zum Parlament
Die Teilnehmerinnen hatten sich am frühen Nachmittag nach einer Startkundgebung am Schwarzenbergplatz über den Ring in Richtung Parlament aufgemacht. Organisiert wurde die Demo von der "Plattform 20.000 Frauen" aus Anlass der ersten Demonstration für Frauenrechte in Wien am 19. März 1911 mit 20.000 Teilnehmern.

Der Protest stand unter dem Motto "AUS - Aktion Umsetzung. Sofort". Unterstützt wurde die Initiative von den Parteien SPÖ, ÖVP und Grüne ebenso wie von etlichen Nichtregierungsorganisationen oder religiösen Vereinigungen.
APA/HERBERT NEUBAUER
Schon im Vorfeld der Aktion haben Frauen vom Projekt "KnitHistory" am Vormittag den Weg entlang der Demo mit textilen Kunstwerken "eingestrickt".
Politik und Wirtschaft sind bei Gleichstellung gefordert.
Viele Forderungen noch aufrecht
"Es wird Zeit, dass wir die Forderung nach Umsetzung auf die Straße tragen", meinte Plattform-Sprecherin Petra Unger im Vorfeld der Demo. Die Anliegen der Frauen vor 100 Jahren waren unter anderem das Frauenwahlrecht, Arbeiterschutzgesetze und gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Gerade letzteres sei eine Forderung, die noch heute aufrecht ist, so die ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht: "Frauen verdienen 25 Prozent weniger als Männer."

Gründe für die unterschiedliche Entlohnung seien einerseits traditionelle Rollenbilder, andererseits Betreuungspflichten für Kinder oder Pflegebedürftige. Sowohl Politik als auch die Wirtschaft seien gefordert, für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen, so die ÖGB-Frauenvorsitzende.
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