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MI | 11.04.2012
Sprengung eines Schornsteins (Bild: APA/Bundesheer/Harald Minich)
CHRONIK
43 Meter hoher Rauchfang gesprengt
Auf dem Gelände des künftigen Krankenhauses Nord sind am Mittwoch die Abbrucharbeiten mit einem spektakulären Schlusspunkt zu Ende gegangen: Das Bundesheer sprengte einen über 40 Meter hohen Rauchfang.
Schornstein auf ehemaligen ÖBB-Areal in Floridsdorf wird gesprengt (Bild: W. Schaub-Walzer/PID) Kleine Verzögerung
Die Sprengung des 43 Meter hohen Rauchfangs in Floridsdorf erfolgte durch Spezialisten der Miliz-Pionierkompanie des Militärkommandos Wien. Die Kollapssprengung verzögerte sich um eine halbe Stunde.

"Mir ist eine Person abgegangen, und bevor ich die nicht finde, spreng ich nicht", argumentierte Sprengmeister Oberstleutnant Walter Voglauer. Gegen 10.45 Uhr fiel der Kamin dann in sich zusammen. In Abständen von wenigen Tausendstelsekunden wurden etwa zehn Kilogramm Sprengstoff, die auf 270 Sprengladungen verteilt waren, gezündet.

Zur Vermeidung von Staubverbreitung wurden unter anderem Wasserwerfer aktiviert. Da der
Rauchfang durch Metallringe verstärkt gewesen war, wurden zur Verringerung der Splitterwirkung bei der Explosion alte Matratzen
über den Bohrlöchern befestigt.
Sprengung (Bild: APA/BUNDESHERR/HARALD MINICH)
Video von der Sprengung
"Wien heute" war bei der Sprengung dabei. Hier können Sie das Video davon ansehen.

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Nachbarn waren nicht gefährdet
Für die Nachbarn des ehemaligen ÖBB-Werkstättenareals bestand laut Bundesheer keine Gefahr. Vorsichtshalber wurde während der Sprengung die Brünner Straße für ein paar Minuten gesperrt.

Die Sprengung wurde als Übung für die Pionierkompanie des Militärkommandos genutzt. Dabei wurde ein einsturzgefährdeter Rauchfang nach einem Erdbeben angenommen, der aufgrund der umliegenden Häuser nicht in eine Richtung gesprengt werden konnte, sondern in sich zusammenfallen musste.
Radio Wien (Bild: ORF)Ein Radio-Wien-Reporter war bei der Sprengung dabei. Seinen Bericht können Sie hier nachhören.

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Modell Krankenhaus Nord (Bild: APA/ARCHITEKTURBUERO WIMMER) Rohbau soll ab Mitte 2012 errichtet werden
Die Sprengung des Rauchfangs ist der Schlusspunkt der Abbrucharbeiten. Bis Mitte Mai werden nur noch einige kleine Bürogebäude abgerissen, danach werde die Baugrube gesichert und ausgehoben. Zudem müsse das Grundstück noch dekontaminiert werden. Danach stehen sämtliche Behördenverfahren auf dem Plan.

Ab Mitte 2012 soll dann der Rohbau errichtet werden. Laut Krankenanstaltenverbund (KAV) ist man im "Zeitplan" und will in vier Jahren den ersten Teil des Spitals in Betrieb nehmen.

Ins Krankenhaus Nord werden drei Spitäler und verschiedene Abteilungen von bestehenden Krankenhäusern übersiedelt. So soll etwa die Herzstation aus dem Krankenhaus Hietzing in den Norden übersiedeln.
Geplantes Krankenhaus Nord mit zu übersiedelnden drei Krankenhäusern (Grafik: APA/Margret Schmitt)
Geplantes Krankenhaus Nord mit zu übersiedelnden drei Krankenhäusern
Ausschreibung wurde verschoben
Im Zuge des Planungsverfahrens hatte es bereits erste Unstimmigkeiten gegeben. Ursprünglich sollten mehrere verschiedene Firmen im Zusammenschluss die Bauarbeiten durchführen, nun wird es doch einen Generalunternehmer geben.

Die Ausschreibung für einen Generalunternehmer, der das Krankenhaus bauen soll, werde allerdings erst im zweiten Halbjahr 2011 erfolgen - und nicht wie bisher angekündigt bis spätestens Anfang 2011.

Durch den Wechsel zu "Plan B" habe das Projekt jedenfalls keinen Zeitverlust erlitten, wurde vom KAV betont.
KAV: Kosten von 825 Mio. Euro als "ganz, ganz realistische Zahl".
Krankenhaus fasst 800 Betten
Die Gesamtkosten für das rund 800 Betten fassende Krankenhaus belaufen sich derzeit auf 825 Mio. Euro.

KAV-Direktor Wilhelm Marhold betonte, dass es sich dabei um eine "ganz, ganz realistische Zahl" handle. Zudem sprach er die Garantie aus, "dass wir die Kostendeckelungen und für jede einzelne Ausschreibung die Kostenwahrheit hier sehr stark beachten".

Außerdem betonte er, dass durch die Einbindung der künftigen Mitarbeiter des Krankenhauses in die Planung nachträgliche Änderungen möglichst ausgeschlossen werden sollen.
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