Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Post und BAWAG legen Filialen zusammen (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Post und BAWAG legen Filialen zusammen
Die Post AG und die BAWAG PSK haben am Mittwoch den ersten gemeinsamen Filialstandort in Wien eröffnet. Durch die Zusammenlegung von Post- und Bankdiensten fallen überzählige bisherige Standorte von Post oder Bank weg.
Post und BAWAG legen Filialen zusammen (Bild: ORF) Künftig soll es mehr Post-Partner geben
In Wien hat die BAWAG derzeit 20 Bank-Filialen. Die Post betreibt in der Stadt gegenwärtig 111 eigene Postfilialen und bedient sich sieben externer Postpartner.

In Wien wollen Post und BAWAG PSK bis Ende nächsten Jahres auf 100 bis 110 gemeinsame Filialen des neuen Typs kommen. Daneben wird es dann voraussichtlich schon 15 "Fremdpartner" der Post geben, da der Vorstand die Zahl zumindest verdoppeln will. Wobei diese Partner-Zahl nicht das Ende der Fahnenstange sei, wurde erklärt.

Österreichweit soll es 2012 mehr als 500 solcher gemeinsamer Post/Bank-Filialen geben, der Großteil waren ehemalige Postämter. Die erste gemeinsame Filiale wurde in der in der Weintraubengasse in der Donaustadt eröffnet..
Immobilien wechseln nicht den Besitzer
BAWAG-Chef Byron Haynes, Postchef Georg Pölzl und Noch-Postfilialchef Herbert Götz sprachen von einem neuen Kapitel in der Geschichte der Bank und der Post. Haynes wies auf die gemeinsamen Wurzeln von früherer PSK und Post hin. Es tue gut, zurück an der Basis zu sein.
Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) sprach von einem überzeugenden Konzept. Die BAWAG PSK sei in nicht allzu weit zurückliegender Vergangenheit ja recht ordentlich gebeutelt worden.

Post und BAWAG PSK sind in den Filialen jetzt unter einem Dach. Diese wechseln aber nicht die Besitzer: Wo die Post die Immobilie besitzt, mietet sich die Bank dazu ein und umgekehrt.
Derzeit 1.196 Post-Partner österreichweit
Seit Jänner 2011 ist der Postmarkt in Österreich völlig liberalisiert. Ein Standbein war laut Götz die Absicherung des ländlichen Raums, das zweite das Filialkonzept mit der BAWAG PSK.

In Wien ist die Zahl der Postpartner im Vergleich zu den anderen Bundesländern dünn gesät. Österreichweit hat die Post derzeit 674 eigenbetriebene Filialen und 1.196 Post-Partner. Die BAWAG zählte vor dem im Frühjahr begonnenen Relaunch rund 150 eigene Bankfilialen in Österreich.
Tarifumstellung mit "gewissen Irritationen"
Seit 1. Mai verrechnet die Post neue Tarife. Pölzl räumte ein, dass es wie bei Umstellungen üblich anfangs "gewisse Irritationen" gab, nachdem von den Gewichts- auf die Volumen/Formattarife umgestiegen wurde. In den ersten Tagen habe es da zweifellos "Missverständnisse" gegeben. Eines der Reizthemen seien etwa Luftpolsterkuverts gewesen.

Pölzl wollte nicht ausschließen, dass der eine odere andere Kunde in einer "Trotzreaktion" zu einem privaten Anbieter ging. Laut Pölzl hat die Post das "beste Angebot" für Privat- und Gewerbekunden.

Kundenabwanderungen sieht er wegen der Tarifreform nicht. Zuvor hatte es Kritik gegeben, dass insbesondere Privatkunden, die über Internetplattformen wie eBay Postsendungen abwickeln, nun mit erheblichen Mehrkosten konfrontiert sind.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News