Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Bild: APA
Kunsthalle
Direktor mit Klage gegen FPÖ abgeblitzt
Zurückgewiesen hat das Wiener Straflandesgericht eine Klage von Kunsthallen-Chef Gerald Matt gegen die Wiener FPÖ. Hintergrund ist die Aktion "KanakAttack" im März im Museumsquartier.
Vorwurf des "pädophilen Aktionismus"
FPÖ-Landesparteiobmann Heinz-Christian Strache hatte auf der Homepage der FPÖ Wien Matt vorgeworfen, "schon öfters durch pornografischen und pädophilen Aktionismus" aufgefallen zu sein.
"Zulässiges Werturteil"
Der Vorwurf der FPÖ sei ein zulässiges, vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedecktes "Werturteil", sagte am Donnerstag Richterin Natalia Frohner. Als "Person, die am öffentlichen Diskurs teilnimmt und Aktionen setzt", müsse sich Matt dementsprechende Kritik gefallen lassen.
"KanakAttack" sorgte für Aufregung
Eigentlich ging es um die Installation "KanakAttack" des deutsch-türkischen Künstlers Feridun Zaimoglu. Er hatte im vergangenen März ein Gebäude im Museumsquartier mit türkischen Fahnen verhängt.

Die Wiener FPÖ kritisierte die Aktion in Presseaussendungen und auf ihrer Homepage. Kunsthallen-Direktor Matt geriet dabei in den Mittelpunkt der Kritik und klagte.
FPÖ bot Wahrheitsbeweis an
Die FPÖ hatte den Wahrheitsbeweis angeboten. Sie legte einen Katalog zu einer Kunsthallen-Ausstellung über die "Wiener Gruppe" aus dem Jahr 1998 vor.

Anwalt Michael Rami verwies auf ein Vorwort Matts und einige Fotos. Rami: "Da sehe ich etwa ein missgestaltetes Kleinkind mit aufgemalten weiblichen Brüsten. Vielleicht ist es Kunst, vielleicht aber auch nicht."

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Matts Rechtsvertreter Michael Pilz meldete dagegen Berufung an.
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