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MI | 11.04.2012
Sarg Otto Habsburgs wird aus Stephansdom getragen. (Bild: APA/Roland Schlager)
LEUTE
Habsburg-Trauerzug durch Innenstadt
Rund 3.500 Menschen sind am Samstag im Trauerkondukt von Otto Habsburg durch die Wiener Innenstadt gezogen. Etwa 10.000 Menschen bildeten das Spalier für den rund 1,2 Kilometer lange Trauerzug zur Kapuzinergruft.
Kapuzinergruft (Bild: APA/Helmut Fohringer) Einsegnung im engsten Familienkreis
Um etwa 18.15 Uhr traf die Spitze des Trauerzugs vor der Kapuzinerkirche am Neuen Markt ein. Sechs Träger hoben den Sarg von dem Bahrwagen und nahmen vor dem Eingang zur Kapuzinerkirche Aufstellung.

Zeremonienmeister Ulrich-Walter Lipp sprach die Worte der Anklopfzeremonie. Erst beim dritten Mal gewährten die Kapuziner Otto Habsburg als "sterblichen, sündigen Menschen" Einlass. Die Sargträger, gefolgt von den engsten Familienangehörigen, brachten den Sarg ins Innere der Kirche.

Otto Habsburg und seine Frau Regina finden ihre letzte Ruhestätte in der Gruftkapelle links und rechts eines Altars nahe von Exkaiserin Zita. Die Urne mit dem Herzen Otto Habsburgs wird gemäß der Tradition am Sonntag separat in der ungarischen Benediktinerabtei Pannonhalma beigesetzt.
Kondukt mit dem Sarg von Otto Habsburg am Wiener Stephansplatz (Bild: APA/Roland Schlager)
Traditonsverbände mit Fahnen vor dem Stephansdom (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer) Fahnenträger und Schützenabordnungen
Begonnen hatte der Trauerzug um 17.00 Uhr nach dem Requiem auf dem Stephansplatz. Die Garde des österreichischen Bundesheeres, der Insignientrupp, die Ehrenkompanie, die Gardemusik, Fahnenabordnungen, Studentenverbindungen und Militärische Traditionsverbände hatten sich vor etwa 5.000 Menschen formiert.

Zahlreiche Schützenkompanien und Traditionsverbände waren am Trauerkondukt beteiligt: Nach Angaben der Sprecherin der Familie, Eva Demmerle, kamen vom Bund der Tiroler Schützenkompanien, dem Südtiroler Schützenbund und dem Welschtiroler Schützenbund insgesamt etwa 600 Mann zu den Feierlichkeiten.

Es folgten im Trauerkondukt Vertreter der Orden, Kreuzträger, Ministranten, der Klerus und Ordenskissenträger. Nach ihnen folgte der Sarg. Ihm folgten die Familienangehörigen, Monarchen und Staatsoberhäupter, Mitglieder des Erzhauses, politische Repräsentanten,
Mitglieder adeliger Häuser, Repräsentanten des Bundesheeres und weitere Gäste aus dem Dom.
Keinerlei Zwischenfälle
Der Trauerzug führte vom Stephansdom in Richtung Kapuzinergruft. Die Route führte über Graben, Kohlmarkt, Michaelerplatz, Heldenplatz, Burgtor, Ringstraße entgegen der Fahrtrichtung, Operngasse, Albertinaplatz und Tegethoffstraße bis zum Neuen Markt. Die Ringstraße wurde vorübergehend für den Verkehr gesperrt, auch der Betrieb der Wiener Linien war eingeschränkt.

Rund 400 Polizisten sicherten die Trauergäste und die Zuseher. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bezifferte die Kosten des Einsatzes mit etwa 100.000 Euro.

Am Ende der Trauerfeierlichkeiten meldete die Polizei keinerlei Zwischenfälle. An einer angemeldeten Protestversammlung am Herbert-von-Karajan-Platz nahmen 15 Personen teil. Die Aktion verlief ohne Vorfälle.
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