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MI | 11.04.2012
Gefängnis (Bild: ORF.at)
CHRONIK
Falscher Häftling aus Justizanstalt entlassen
Justizpanne in Wien: Ein Einbrecher ist irrtümlich aus der Justizanstalt in Wien-Josefstadt entlassen worden. Der Mann soll die Identität mit seinem Zellenmitbewohner getauscht haben.
Häftling tauchte sofort unter.
Keinen Verdacht geschöpft
Frechheit siegt - in dem aktuellen Fall zum Leidwesen der Polizei, die dem Dieb monatelang auf den Fersen war. Am 30. Juni kam es zu der Verwechslung, wie die Leitung der Vollzugsdirektion einen Artikel der "Kronen Zeitung" gegenüber "Wien heute" bestätigte.

Der 31-Jährige gab sich als sein 43-jähriger Zellenmitbewohner aus, der an diesem Tag entlassen werden sollte. Die Beamten schöpften keinen Verdacht. Nur mit dem Namen und dem Geburtsdatum des Zellenmitbewohners wurde der 31-Jährige entlassen und tauchte unter.

Erst am Abend meldete sich der andere Häftling. Auch dieser musste mittlerweile enthaftet werden. Für den Irrtum – auch wenn es offensichtlich eine Absprache gab – kann der Mann nicht verantwortlich gemacht werden.
Verantwortlichen Beamten drohen Konsequenzen.
Fingerabdrücke als Sicherheitsmaßnahme
Den für den Irrtum verantwortlichen Justizbeamten drohen nun Konsequenzen. "Wir untersuchen das intern", sagte die Sprecherin der Vollzugsdirektion, Cornelia Leitner. Es geht um eine mögliche Dienstpflichtsverletzung. Davon betroffen seien mehrere Beamte.

Man habe pro Jahr 7.000 Entlassungen und Zugänge. "Aber so etwas sollte natürlich nicht passieren. Das ist eine komplexe Handlungskette bis zur Entlassung", so Leitner. Als Konsequenz aus dem peinlichen Irrtum kündigte die Vollzugsdirektion an, künftig Fingerabdrücke zu nehmen.
Ähnliche Fälle in der Vergangenheit
Der Fall des irrtümlich entlassenen Häftlings weckt Erinnerungen an ähnliche Fälle aus der Vergangenheit: Anfang des Jahres hat ein Erfolg der Polizei - eine Drogenbande wurde zerschlagen und Suchtgift im Wert von 360.000 Euro sichergestellt - durch einen Patzer der Justizwache einen Schönheitsfehler bekommen.

Einer der Festgenommenen sprang während der Amtshandlung aus dem Fenster im dritten Stock und verletzte sich an Kiefer und Sprunggelenk. Nach einer nächtlichen Notoperation im AKH gelang dem Verdächtigen um 5.00 Uhr in Spitalskleidung die Flucht.

2005 spazierte ein als Anwalt verkleideter Geldfälscher unbemerkt an den Wachen vorbei. Dass es so weit kommen konnte, soll ein Wiener Rechtsanwalt ermöglicht haben, der dem eigentlichen Fluchthelfer seinen Anwaltsausweis überlassen hatte, den dieser unter Verwendung eines erfundenen Namens und eines Fotos verfälschte.
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