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MI | 11.04.2012
Nationalbibliothek fassade
Bücher
Schimmel in der Nationalbibliothek
Der feuchte Sommer hat unerwartete Folgen für die wertvollen Buchbestände der Nationalbibliothek. Teile der Inkunabeln sind von Schimmel befallen, berichtet "profil" in seiner aktuellen Ausgabe.
150 Werke betroffen
Auf rund 150 Einbänden sind die Pilzsporen mit freiem Auge erkennbar, weitere 850 Werke werden zurzeit präventiv desinfiziert.

Der Schimmel machte sich im alten Aurum-Depot breit. In dem zwölf Meter unter der Erde liegenden Kellergewölbe lagert die Nationalbibliothek ihre Inkunabeln seit 1966.
Was versteht man unter Inkunabeln?
Inkunabeln sind frühe Buchdrucke aus der Zeit zwischen 1450 und 1500. Insgesamt besitzt die Nationalbibliothek 9.000 Inkunabeln. Sie zählen zu den wertvollsten Beständen des Hauses.
Seit Jahren werden die empfohlenen Luftwerte überschritten.
Luftfeuchtigkeit viel zu hoch
Um Inkunabeln gefahrlos lagern zu können, muss die Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 55 Prozent liegen.

Im Depot der Nationalbibliothek wurden diese Werte seit Jahren regelmäßig überschritten: Vor allem im Sommer werden Spitzenwerte von bis zu 80 Prozent Luftfeuchtigkeit erreicht.
Im heurigen feuchten Sommer trat nun der Ernstfall ein: Auf die zu hohen Messwerte wurde zu spät reagiert.
Bände werden derzeit restauriert
Angeblich keine Restschäden
Als Mitte Juli die provisorischen Luftentfeuchter im Speicherraum aufgestellt wurden, waren die Inkunabeln bereits vom Schimmel befallen. Die betroffenen Bände werden zurzeit restauriert.

"Restschäden bleiben nicht zurück", sagte Sammlungsleiter Helmut Lang gegenüber "profil". Nun will man eine permanente Entfeuchtungsanlage anschaffen.

Eine Gutenberg-Bibel der Nationalbibliothek, die auf sechs Millionen Euro Marktwert geschätzt wird, ist übrigens nicht vom Schimmelbefall betroffen. Sie wird in einem speziellen Stahlschrank aufbewahrt.
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