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MI | 11.04.2012
Ankerbrot-Filiale in Wien (Bild: APA/Herbert Neubauer)
WIRTSCHAFT
Großbäcker Anker schreibt wieder Gewinne
Der Wiener Traditionsbäcker Anker ist nach verlustreichen Jahren wieder auf Kurs und in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. "Wir schreiben keine Verluste, wir sind positiv", sagte Peter Ostendorf, Eigentümer und Chef von Ankerbrot.
Neues Aussehen zum 120-jährigen Jubiläum
Für das Jahr 2009 weist die Ankerbrot AG einen Jahresüberschuss von rund 900.000 Euro aus. Im Vorjahr setzte der Großbäcker mit gut 1.800 Mitarbeitern in seinen 160 Filialen in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Salzburg 100 Mio. Euro um, 2009 waren es laut Firmen-Compass 98,8 Mio. Euro.

Zum 120-jährigen Firmenjubiläum verpasst sich Ankerbrot ein neues Aussehen. "Das Sortiment wurde erweitert, das Logo verändert, optisch setzen wir auf Backstein und natürliche Materialien", erläuterte Ostendorf.

Die Testfiliale am Schwedenplatz sei eine Mischung aus Bäckerei, Kaffeehaus und Convenience-Store. "Immer mehr Menschen essen außer Haus bzw. unterwegs. Kaum jemand frühstückt heute noch zu Hause, deshalb werden Kaffee und Snacks immer wichtiger", meint der Firmenchef.
150 Filialen in Wien: Keine weiteren Shops geplant.
Keine weiteren Standorte in Wien geplant
In fünf Jahren soll der Großteil der Filialen auf das neue Konzept umgestellt sein, der Umbau kostet im Schnitt über 100.000 Euro pro Standort. Von der Umstellung erwartet sich Ostendorf mittelfristig einen zweistelligen Umsatzzuwachs.

Anker hält in Wien mit seinen 150 Filialen bei einem Marktanteil von 40 bis 50 Prozent. Die Sättigung sei erreicht, in Wien plant der Bäcker keine weiteren Standorte. In Ostösterreich sieht Ostendorf allerdings noch Potenzial für 30 bis 40 Niederlassungen.
Expansion in Ostösterreich und Osteuropa
Außerhalb Österreichs ist Anker bisher lediglich mit einer Filiale in Bratislava vertreten. Der Standort wird von einem Franchisepartner betrieben. Zwei weitere Standorte seien in Verhandlung, bis Ende des Jahres könnte es vier oder fünf in der Slowakei geben - alle via Franchise, so Ostendorf.

Auch eine Expansion nach Ungarn und Tschechien sei geplant. Im Prinzip sieht Ostendorf keine Grenzen für den Schritt ins Ausland: "Wer weiß, vielleicht gibt es auch einmal einen Anker in New York."
Rechtsstreit noch immer nicht beigelegt
Überschattet werden die Pläne des Großbäckers von einem nach wie vor anhaltenden Rechtsstreit um den Produktionsstandort in Wien-Favoriten. Der Pachtvertrag lief Ende 2008 aus und wurde nie verlängert.

Die ASC (Anker Snack & Coffee) Liegenschaftsverwaltungs GmbH, die seit einer 2005 getroffenen Vereinbarung der Banken-Gläubiger Eigentumsgesellschaft der Ankerbrot-Liegenschaften ist, hat bereits zwei Räumungsklagen gegen Anker eingebracht.

Laut ASC-Chef Herbert Putz erging heuer im Juni ein positives Urteil in erster Instanz, Ankerbrot legte Berufung ein. Parallel dazu würden Gespräche laufen, ob Anker die Liegenschaft zurückkauft, sagte Putz zur APA. Ankerbrot-Chef Ostendorf schweigt sich zu dem Thema aus und meinte lediglich, er hoffe, dass die Angelegenheit bis Ende des Jahres vom Tisch ist.
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