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MI | 11.04.2012
Flugzeug (Bild: APA)
CHRONIK
Furcht vor mehr Fluglärm durch dritte Piste
In zwei Wochen soll die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die dritte Piste des Flughafens Wien-Schwechat mündlich verhandelt werden. SPÖ und Bürgerinitiativen befürchten mehr Überflüge.
Mehr Lebensqualität durch kurvige Anflüge
Die Notwendigkeit einer dritten Start- und Landepiste wird von Erich Valentin, Umweltsprecher der SPÖ Wien, nicht in Abrede gestellt. Die dritte Piste solle eine wirtschaftliche positive Entwicklung des Airports, aber auch eine Verbesserung der Lebensqualität der Anrainer bringen.

Anflüge über die Donaustadt, etwa über Essling, sollen nicht gerade, sondern gekurvt durchgeführt werden. Damit könnte über weniger besiedelte Gebiete geflogen werden. Auch über den Südwesten der Stadt soll es keine geraden Anflüge auf die neue Piste geben, so Valentin.
Anteil der Abflüge über Liesing soll erhöht werden.
Flugrouten nicht Teil des UVP-Verfahrens
Kritisiert wird von Valentin aber, dass der Südwesten Wiens von der geplanten Erhöhung der Abflüge betroffen ist. So soll der Prozentanteil der Abflüge über Liesing um das 2,5-fache erhöht werden. Die Entlastungen für die West-Einflugsroute würden nur gering ausfallen.

Valentin kündigte an, dass die Stadt Wien bei der mündlichen Verhandlung und der öffentlichen Diskussion der Umweltverträglichkeitsprüfung ihre Sicht der Dinge erneut zur Sprache bringen werde.

Die Bürgerinitiative gegen Abfluglärm in Liesing kritisiert, dass die Routen selbst gar nicht Teil des UVP-Verfahrens sind. Im Bescheid könnten laut Valentin aber zumindest Auflagen vorgesehen sein, die dann bei der Planung berücksichtigt werden müssen.
Grüne weiter gegen dritte Piste
Die Grünen, der Koalitionspartner der SPÖ in der Wiener Regierung, sind weiterhin gegen die dritte Piste. "Wer angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen immer noch für eine dritte Piste eintritt, hat Augen und Ohren verschlossen", hatte Umweltsprecher Rüdiger Maresch kürzlich per Aussendung verkündet.

FPÖ-Flugverkehrssprecher Toni Mahadalik sieht in der dritte Piste "das nächste Debakel mit SPÖ-Beteiligung". Die veranschlagten Kosten von 1,2 bis 1,8 Milliarden Euro würden auf ca. 2,5 Milliarden explodieren, so Mahdalik, der in einer Aussendung einen sofortigen Projekt-Stopp forderte.

Einem Gutachten der niederösterreichischen Umweltbehörde zufolge gilt die dritte Piste als umweltverträglich. Das bedeutet aber noch nicht, dass auch der endgültige Bescheid der niederösterreichischen Landesregierung positiv ist. Ein Bescheid könnte zu Jahresbeginn 2012 vorliegen.
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