Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Private Westbahn (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Frankreich steigt bei Westbahn ein
Die französische Staatsbahn SNCF ist nun mit 26 Prozent bei der Westbahn eingestiegen. Damit machen die Franzosen den ÖBB auf der Paradestrecke zwischen Wien und Salzburg Konkurrenz.
Auch Haselsteiner und Wehinger halten jeweils 26 Prozent.
Schweigen über Preis
Das Westbahn-Betreiberunternehmen Rail Holding AG steht nun zu je 26 Prozent im Eigentum des STRABAG-Chefs Hans-Peter Haselsteiner, des früheren ÖBB-Managers Stefan Wehinger und der SNCF, 22 Prozent hält die Schweizer Augusta-Holding.

Das Closing der Transaktion fand am Montag statt, teilte die Anwaltskanzlei Schönherr mit, die die SNCF beim Einstieg beraten hatte. Angaben zum Kaufpreis wollte man nicht machen.
Manager: "Welt hört nicht in Salzburg auf"
Westbahn-Manager Stefan Wehinger zeigte sich in einer ersten Reaktion "sehr zufrieden". Mit der SNCF habe die Westbahn nun einen guten Partner: "Wir sind damit stärker geworden", betonte Wehinger. Die Finanzierung der Westbahn sei aber schon vor dem Einstieg der Franzosen gesichert gewesen: "Alles ist auf Schiene".

Der Einstieg der SNCF stehe eher unter dem Motto "Kriegskasse", meinte Wehinger: "Die Welt hört in Salzburg nicht auf, in beiden Richtungen nicht". Die Strecke Wien-Paris wolle die Westbahn aber nicht fahren. "Das ist keine Option, da wäre man mit dem Flugzeug besser bedient".
Private Westbahn (Bild: ORF)
Private Westbahn (Bild: ORF) Gesamtinvestitionen von rund 130 Mio. Euro
Die Gesamtinvestition in das Eisenbahnprojekt liegt laut Schönherr bei etwa 130 Mio. Euro. Die Westbahn will ab Dezember auf der Strecke Wien - Salzburg den Betrieb aufnehmen und macht hier den ÖBB Konkurrenz.

Eine Expansion des Westbahn-Betriebs auf weitere Strecken in Österreich und Osteuropa werde geprüft, so die Kanzlei am Dienstag.

Die Westbahn muss dem Staat, genauso wie die ÖBB, "Schienenmaut" pro Kilometer Schiene zahlen. Das derzeit größte private Bahnunternehmen ist der Betreiber des Wiener "Flughafenzuges" CAT.
Sprecher: "Sind voll im Zeitplan - Start am 11. Dezember ist fix."
"Drei Garnituren sind bereits fertiggestellt"
Eingesetzt werden sieben Doppelstockzüge, die barrierefrei bestiegen werden können und die die 312 Kilometer lange Strecke von Wien nach Salzburg in zwei Stunden und 57 Minuten bewältigen sollen. "Drei Garnituren sind bereits fertiggestellt", sagte Westbahn-Sprecher, Manfred Mader, gegenüber wien.ORF.at.

Von den knapp 200 Mitarbeitern sollen 85 Prozent direkt beim Kunden in den Zügen sein. Pro Waggon soll es einen Mitarbeiter geben. Für die Bahnreisenden stehen Ledersitze zur Verfügung - 500 Stück pro Zug. Ebenso soll Gratis-W-Lan geboten werden.

"Wir sind voll im Zeitplan", sagte Mader. Dem Start am 11. Dezember stehe nichts im Wege.
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