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MI | 11.04.2012
Gerd Honsik vor Prozess im Landesgericht Wien (Bild: APA/Georg Hochmuth)
CHRONIK
Holocaust-Leugner Honsik auf Bewährung frei
Der Holocaust-Leugner Gerd Honsik ist auf Bewährung freigelassen worden. Das wurde nun vom Oberlandesgericht bestätigt. Honsik war zweimal nach dem Verbotsgesetz verurteilt worden.
Bewährungsfrist dauert drei Jahre.
Zwei Urteile nach Verbotsgesetz
2009 wurde Gerd Honsik zu fünf Jahren Haft verurteilt, die Strafe wurde ein Jahr später auf vier Jahre reduziert. Dafür bekam Honsik in einem zweiten Prozess im September 2010 eine weitere Strafe von zwei Jahren.

Honsik habe einen Antrag auf Entlassung nach zwei Dritteln der Haftzeit gestellt, wie es auch in der Tageszeitung "Der Standard" hieß. Das Oberlandesgericht Wien (OLG) hat Honsik demnach auf Bewährung freigelassen, die Bewährungsfrist dauere drei Jahre.

Ausschlaggebend für die Freilassung auf Bewährung sollen zum einen das hohe Alter von fast 70 Jahren sein. Zum anderen gilt Honsik an seinem Wohnsitz in Spanien als gut integriert, da sich auch seine Familie dort befindet.
Holocaust-Leugner Gerd Honsik vor Gericht (Bild: ORF) Erstes Urteil im Jahr 1992
Honsik war bereits im Jahr 1992 auf Basis seines Buchs "Freispruch für Hitler?" wegen Wiederbetätigung zu eineinhalb Jahren unbedingt verurteilt worden. Statt die Strafe anzutreten, setzte er sich während des offenen Rechtsmittelverfahrens nach Spanien ab.

Dort blieb er 15 Jahre und festigte weiter seinen Ruf als führender Publizist der rechten Szene, indem er in seiner Zeitschrift "Halt!" weiter nationalsozialistisches Gedankengut verbreitete, die Existenz von Gaskammern infrage stellte und den Holocaust bezweifelte.

Im August 2007 wurde er mit europäischem Haftbefehl bei Malaga festgenommen, ausgeliefert und - nach Verbüßung seiner offenen Strafe - für sein "Wirken" in Spanien neuerlich angeklagt.
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