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MI | 11.04.2012
Christine Marek (ÖVP) (Bild: APA/Roland Schlager)
POLITIK
Marek zurück am Karrierestart
Christine Marek hat ihr Amt als Wiener ÖVP- und Klubchefin zurückgelegt und kehrt in den Nationalrat zurück, von wo aus die 43-Jährige 2002 aufgebrochen war. In Wien gab Marek nur ein kurzes Zwischenspiel.
ÖVP fuhr bei Wien-Wahl 2010 historisch schlechtestes Wahlergebnis ein.
"Unfreiwillige" Wiener ÖVP-Chefin
Eigentlich hatte es die alleinerziehende Mutter eines Sohnes gar nicht in die Landespolitik gezogen. Erst unter massivem Druck des damaligen Parteichefs Josef Pröll hatte sie sich im Herbst 2009 breitschlagen lassen, mit dem Bonus der Bekanntheit aus dem Bund in die Wiener Landtagswahl zu ziehen.

Die triste Lage der Wiener ÖVP, die sich durch den Wechsel von Landesparteiobmann Johannes Hahn als EU-Kommissar nach Brüssel verschärft hatte, zwang Pröll damals fast dazu, seine einzige "Wiener Waffe" in die Stadt zu schicken. Dass sich Marek dort schwertun würde, war zum Zeitpunkt ihrer Ernennung nicht absehbar.

Doch mit einer wenig erfolgreichen Wahlkampagne, die der bis dahin als "bunter Vogel" geltenden Staatssekretärin eine Law-and-Order-Masche anheftete, schaffte es die Wiener ÖVP, mit Marek ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis von 13,99 Prozent einzufahren.
Kein leichter Start in Wien
Als peinlicher Ausrutscher wurde zudem am Tag nach der Wahl per Inserat noch um Briefwahlstimmen geworben, womit die glücklose Spitzenkandidatin immerhin unfreiwillig die Reform dieses Instruments miteinleitete.

Trotz des schlechten Wahlergebnisses vom 10. Oktober 2010 musste Marek nun ganz nach Wien, wo sie gleich mit einer ungeschickten Personalpolitik, die den Wirtschaftsbund kaltstellte und ihren ÖAAB mit den wenigen verbliebenen Posten versorgte, ihre Demontage einleitete.

Bei der Wahl zur Klubobfrau kam die Landesparteichefin gerade einmal auf 14 von 23 Stimmen. Ihren Wunschkandidaten für die Landesgeschäftsführung, Christoph Hörhan, brachte sie nicht durch.
Plakat zur Gebührenkampagne der ÖVP (Bild: ÖVP Wien) Reform der Partei blieb ohne echtes Ergebnis
Entsprechend blieb Marek, der in weiten Teilen der Rückhalt der Landespartei fehlte, auch weiter blass. Die von ihr viel gepriesene "Agenda Wien plus" zur Reform der Partei blieb ohne echtes Ergebnis.

Marek versuchte die Wiener ÖVP in der Oppositionsrolle zu stärken. Indem sie etwa die Bestattung Wien und ein Weingut der Stadt privatisieren wollte. Zuletzt kritisierte die ÖVP mittels Plakatlampagne die Gebührenerhöhung.

Als Schüssel ging, sah Parteichef Michael Spindelegger die Chance, der Wiener Partei neues Leben einzuhauchen und Marek mit dem Nationalratsmandat des Altkanzlers zu versorgen.
Einst bei der ÖVP Meidling angedockt
Dabei galt sie noch vor kurzem als eine der Hoffnungen der Volkspartei. Die im Innviertel aufgewachsene Marek war während ihrer Babykarenz bei der ÖVP Meidling angedockt und hatte sich schon mit 34 einen Sitz im Nationalrat erkämpft, den die kaufmännische Angestellte und spätere Betriebsrätin bei Frequentis auch fünf Jahre mit Engagement ausfüllte, und das nicht nur im Parlamentschor.

Bei ihrem Wechsel in die Regierung als Staatssekretärin im Wirtschaftsressort machte sie von Beginn an recht gute Figur, so dass es überraschte, als sie nach der Neuauflage von Rot-Schwarz nur ihren Posten behielt und nicht in ein Ministeramt aufstieg.

Zu Mareks Verhandlungserfolgen im Bund gehörte das einkommensabhängige Kindergeld. Beim Gratiskindergarten hatte sie ebenfalls die Finger im Spiel.
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