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MI | 11.04.2012
Szenenfoto Paradise Now (Bild: Jüdische Filmwoche)
"Skandal-Film"
IKG kritisiert Jüdische Filmwoche
Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) kritisiert die derzeit laufende Jüdische Filmwoche scharf. Stein des Anstoßes ist der umstrittene Film "Paradise Now". Das berichtet das "Profil".
Umstrittener Film "Paradise Now".
"Absicht oder Naivität"
Die Österreich-Premiere von "Paradise Now" bei der Jüdischen Filmwoche empört die IKG. Im aktuellen "Profil" wird eine Aussendung der IKG zitiert, in der Film als "Skandalfilm" bezeichnet wird.

IKG-Vorstandsmitglied Raimund Fastenbauer wirft den Verantwortlichen vor, "mit Absicht oder Naivität die Anliegen der Gegner Israels und des Judentums" zu fördern.

Sie seien "radikale jüdische Randfiguren, die man sonst in der jüdischen Gemeinde nicht sieht, außer wenn es um 'Israel-Bashing', die Verunglimpfung der israelischen Gesellschaft, geht", so Fastenbauer.
Rede von Propagandafilm
Bereits im Juni nannte Fastenbauer "Paradise Now" "einen Propagandafilm zur Glorifizierung von Selbstmordattentätern", nun hält er seine Programmierung für einen vorläufigen Höhepunkt in der antiisraelischen Politik der Jüdischen Filmwoche.
Selbstmordattentate werden "weder beschönigt noch verherrlicht".
Veranstaler wehren sich
Bereits in der Vergangenheit war das Festival immer wieder Gegenstand von teils heftiger Kritik. "Alle heuer gezeigten Filme wurden von uns, den Verantwortlichen der Jüdischen Filmwoche, ausgewählt und müssen nicht die Meinung der im Katalog genannten Personen, Firmen und Körperschaften widerspiegeln", hieß es hingegen von den Veranstaltern.

"Paradise Now" versuche, Hintergründe von Selbstmordattentaten zu beleuchten, diese würden "weder beschönigt noch verherrlicht".
Überdies werde der Film von einer Podiumsdiskussion begleitet, hieß es.
Bei der Berlinale ausgezeichnet.
Film über Selbstmordattentäter
"Paradise Now" erzählt die Geschichte der in Nablus im Westjordanland (Westbank) lebenden Palästinenser Said und Khaled. Die beiden Freunde haben ihre Bereitschaft für Selbstmordattentate bekundet und werden von Hintermännern zur Ausführung eines geplanten Anschlages bestimmt.

Der Film zeigt die Vorbereitungen ebenso wie die Selbstzweifel der zwei jungen Männer, die neu geschürt werden, als der erste Anlauf der Operation scheitert.

Im Rahmen der 55. Berlinale erhielt der Streifen den Amnesty International Filmpreis. Einen "Film, der zum Nachdenken zwingt", nannte ihn die Jury.
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