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MI | 11.04.2012
Flakturm (Bild: APA)
Augarten-Flakturm
Grünes Licht für Datenlager
Das Datenlager im Augarten-Flakturm scheint so gut wie fix. Die Errichtungsgesellschaft DCV hat sich für eine Umsetzung entschieden. Die Arbeiten könnten bereits im Frühjahr 2006 starten.
Flakturm im Augarten (Bild: APA)
Denkmalschutz mittlerweile kein Problem mehr.
Baugenehmigung steht noch aus
Wenn bis Anfang nächsten Jahres alle Verfahren abgeschlossen sind, steht einem Umbau nichts mehr im Weg, hieß es am Freitag. Die ErrichtungsgesellschaftDCV will demnächst bei der Stadt Wien um die erforderlichen Baugenehmigungen ansuchen.

In Sachen Denkmalschutz war das Unternehmen bereits erfolgreich. Zwar gab es zunächst Proteste von Seiten des Bundesdenkmalamtes, das übergeordnete Bildungsministerium stimmte dem Projekt aber schließlich zu.
Flakturm (Bild: APA)
Das gewaltige Datenlager soll nach Angaben der DCV das erste dieser Art in Europa sein und bereits in der Anfangsphase rund 250 Menschen Arbeit bieten.
Auf rund 10.000 Quadratmetern etwa 5.000 Server.
Völlig abgeschirmt und damit sicher
Der riesige Speicher ist auf Grund der dicken Betonwände gegen Schall, Wärme und Strahlung völlig abgeschirmt. Gedacht ist er für Unternehmens- und Versicherungsdaten, Bankkonten und ähnlich heikles Datenmaterial. Zu Beginn sollen auf rund 10.000 Quadratmetern etwa 5.000 Server betrieben werden.

Der Zugang zu dem Bau wird nur durch einen Tunnel erfolgen. Im Gegensatz zu anderen Datencentern werden auch nur wenige Mitarbeiter Zugang erhalten, um das Sicherheitsrisiko möglichst gering zu halten.
Besitz der Republik Österreich
Der - vorerst noch desolate und verwahrloste - Flakturm ist Eigentum der Republik Östereich. Das Wirtschaftsministerium hat als zuständige Behörde den Flakturm an die Errichtungsgesellschaft DCV unbefristet vermietet.
Flakturm muss aufwendig saniert werden.
Meterdicke Schicht von Taubenkot
Eine aufwendige Sanierung des Turms sei notwendig, hieß es vom Betreiber. Immer wieder würden sich Betonbrocken lösen. Zudem sei der innere Bereich von einer meterdicken Schicht von Taubenkot und Taubenkadavern bedeckt.

Die Bauzeit soll maximal drei Jahre betragen. Geplant ist dabei die Aufstockung des Turms um drei Geschoße. Ängste der Anrainer vor dem Projekt seien unbegründet, wurde versichert.

Laut DCV profitieren nämlich auch die Parkbenutzer - unter anderem sei die Reaktivierung eines derzeit geschlossenen Augarten-Eingangs geplant. Zudem wurde angekündigt, 80 neue Bäumen zu pflanzen.
Laut Rathaus steht das Verfahren zum Datenlager erst am Anfang. Konkret ist derzeit das so genannte Vorprüfungsverfahren im Gange.
Einen Verstoß gegen den Denkmalschutz, orten die Grünen.
Grüne üben Kritik
Die Wiener Grünen sehen in dem Projekt einen massiven Verstoß gegen den Denkmalschutz. "Völlig unverständlich, warum der Flakturm von allen behandelt wird, als wäre er eine stinknormale Industriehalle in Inzersdorf", so die Planungssprecherin der Grünen, Sabine Gretner.
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