Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Eric Zeisl, (Bild: Eric Zeisl Archiv)
Jüdisches Museum
Hommage an einen vergessenen Komponisten
Das Jüdische Museum Wien widmet dem jüdischen Komponisten Eric Zeisl eine Ausstellung. Die Schau "endstation schein-heiligenstadt" zeichnet Zeisls Flucht ins Exil nach Los Angeles nach.
Zeisl war mit zahltreichen Größen seiner Zeit, wie Schönberg oder Strawinsky, bekannt.
Kulturgut kommt nach Wien zurück
"Ich muss gestehen, als ich die Familie Zeisl-Schönberg kennen lernte, war mir der Name Zeisl wirklich kein Begriff", sagte Karl-Albrecht Weinberger, Direktor des Jüdischen Museum Wien. Mit dieser Ausstellung hofft Weinberger, "ein Wiener Kulturgut zurück nach Wien zu bringen".

Die amerikanische Biografie Zeisl stellt sich als "Who is Who der deutschsprachigen mitteleuropäischen Emigration in Los Angeles" dar, meinte Kurator Werner Hanak. In Zeisls Adressbuch verzeichnet finden sich Namen wie Ernst Krenek, Erich Wolfgang Korngold, Hanns Eisler, Arnold Schönberg, Lion Feuchtwanger, Igor Strawinsky, Alma Mahler-Werfel.
Eric Zeils lebte für die Musik
Eric Zeisl (Bild: Zeisl Family Archive, Los Angeles )
Erich Zeisl, der sich in Amerika Eric nannte, wurde am 18. Mai 1905 in Wien als Sohn von Kaffeehausbesitzern in der Leopoldstadt geboren. Gegen den Widerstand seiner Familie nahm er zunächst privaten Musikunterricht bei Joseph Marx und Hugo Kauder.

Zeisl arbeitete ab 1920 selbst als Musiklehrer und freischaffender Komponist. Seine Kompositionen, in der Tradition des deutschen Kunstliedes eines Schubert, Brahms oder Wolf stehend, wurden 1933 in Deutschland, und 1938 in Österreich verboten.

Nach dem Novemberpogrom emigrierte Zeisl zunächst nach Paris, und dann nach New York. 1941 übersiedelte die Familie mit Tochter Barbara nach Los Angeles, wo Zeisl auf Empfehlung von Hanns Eisler in Hollywood für Filmproduktionen arbeitete. 1945 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Die Besucher werden mittels Audioguide durch die Schau geführt.
Notenblätter, Fotos und Musik
Die Ausstellung, von den Kuratoren Michael Haas, Karin Wagner und Werner Hanak konzipiert und von Thomas Geisler gestaltet, zeichnet den Lebensweg anhand von Notenblättern, Fotos, Briefen, und persönlichen Gegenständen nach.

Besuchern steht ein Audioguide zur Verfügung, der auch musikalische Beispiele aus dem Werk Zeisls als Kostprobe bietet. Farblich ist ein intensives Blau dominant, eine Anspielung auf ein Zitat Zeisls, der die Filmmetropole Hollywood als "ein blaues sonniges Grab" bezeichnet hatte.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News