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MI | 11.04.2012
Michael Kehlmann
Tot
Regisseur Michael Kehlmann gestorben
Der Wiener Autor und Regisseur Michael Kehlmann ist in der Nacht auf Donnerstag im Alter von 78 Jahren verstorben. Kehlmann war auch Leiter der ORF-Fernsehspielabteilung.
Michael Kehlmann.
Arbeitete mit Bronner und Qualtinger
Kehlmann wurde am 21. September 1927 in Wien geboren. Nach der Matura im Jahr 1945 studierte der gebürtige Wiener Kehlmann Germanistik und Philosophie und begann bereits während seiner Studienzeit als Regisseur und Autor zu arbeiten.

Von 1950 bis 1953 leitete er das "Kleine Theater im Konzerthaus" und inszenierte an den verschiedensten Häusern in Österreich, Deutschland und der Schweiz, am Theater in der Josefstadt und am Wiener Burgtheater.

In den fünfziger Jahren gründete er mit Helmut Qualtinger und Carl Merz das Kabarett "Brettl vor'm Kopf".
Über 100 Fernsehfilme.
Pionier des Fernsehspiels
Nach 1953 widmete sich Kehlmann zunehmend der Fernsehregie, in der Überzeugung, dass das Fernsehen "das deutsche Volkstheater der Gegenwart" sei. Für über 100 Fernsehfilme zeichnete er im Laufe seines Schaffens verantwortlich.

Kehlmanns besonderes Interesse galt dabei der österreichischen Literatur und Geschichte. So inszenierte er immer wieder Stücke von Ödön von Horvath.

Zu Kehlmanns Horvath-Inszenierungen für das Fernsehen zählen unter anderem "Der jüngste Tag" (1961), "Geschichten aus dem Wienerwald" (1964) und "Glaube, Liebe, Hoffnung" (1980).
Erfolg mit "Radetzkymarsch"
Seine zweiteilige Verfilmung von Joseph Roths Roman "Radetzkymarsch" aus dem Jahr 1965 wurde zu einem internationalen Erfolg.
Von 1987 bis 1990.
Leiter des Fernsehspiels im ORF
Kehlmann drehte auch eine Reihe von Spielfilmen, darunter "Kurzer Prozess" mit Helmut Qualtinger (1967) und "Nichts als Erinnerung" nach Milo Dor mit Paula Wessely in der Hauptrolle (1973).

1987 wurde er unter der Intendanz von Thaddäus Podgorski Leiter der Fernsehspielabteilung des ORF, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung 1990 innehatte.

ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner: "Prof. Michael Kehlmann zählte als Fernsehspiel-Chef und Regisseur zu den profiliertesten Persönlichkeiten des ORF. Wir verdanken ihm eine Reihe von viel beachteten Produktionen."
Auszeichnungen
Kehlmann wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt unter anderem die Kainz-Medaille (1966), die Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold (1988) und das Österreichische Ehrenkreuz I. Klasse (2002).
Gesundheitliche Probleme
In den vergangenen Jahren hatte Kehlmann mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und drei Schlaganfälle erlitten, berichtete sein langjähriger Freund Gerhard Bronner im Gespräch mit dem Freitag-"Standard".

Kehlmann ist der Vater des Autors Daniel Kehlmann ("Die Vermessung der Welt").
Im TV zu sehen
Der ORF ändert am Sonntag, den 4. Dezember sein Programm und zeigt um 23.15 Uhr in ORF 2 den Simmel-Fernsehfilm "Mich wundert, dass ich so fröhlich bin".

Auch im 3sat gibt es eine Programmänderung. Am Samstag, den 10. Dezember wird um 0.45 Uhr "Die verlorene Welt des Josef Roth: Ein Gespräch mit Michael Kehlmann" gezeigt.
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